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Viersen
Garvin Dickhof und der Mut zur Lücke

Viersen. Unter dem Titel "mind the gap" zeigt der Viersener noch bis zum 26. August seine Arbeiten

Im vergangenen Jahr tauchten sie plötzlich in der Viersener Fußgängerzone an der Hauptstraße auf: Glasscheiben im Pflaster, unter denen zartes Grün wuchs. Der Künstler Garvin Dickhof, 1981 in Viersen geboren und Mönchengladbacher c/o-Künstler, setzte diese "Grasbausteine" in Viersen ein. Zu sehen sind sie derzeit auch vor dem Eingang des NEW-Gebäudes an der Odenkirchener Straße 201 in Mönchengladbach. Dort präsentiert Dickhof noch bis zum 26. August Arbeiten unter dem Titel "mind the gap".

Was normalerweise ein Warnhinweis auf die Kluft einer Bahnsteigkante darstellt, ist hier ein wenig anders gemeint: Denn man wird aufgefordert, auf Lücken und Zwischenräume zu achten. Genau hinschauen: Das ist nicht zuletzt ein Ziel der Kunst. Genau hinschauen: Das tut auch Dickhof selbst. Wenn er beispielsweise unter dem Titel "GehSicht" Makrofotografien von all dem aufnimmt und zeigt, was sich so zwischen den Pflastersteinen sammelt. Vergrößert erhält ein Kronkorken, ein Plastikverschluss eine neue Dimension, eine neue und überraschende schöne Ästhetik. Größere Zwischenräume und fragile Lücken entstehen in Dickhofs monumentalen "Archikulpturen", einem Kunstwort aus Architektur und Skulptur. Dickhof baut sie mit spielerischer Leichtigkeit aus schmalen Holzklötzen aus Buche oder Eiche. Aus Gliedermaßstäben, landläufig Zollstöcke genannt, entwickelt er weit ausladende Boden- oder Wandarbeiten (hierbei setzt er Zwischenräume in der Wandverkleidung ein), die in ihrem masselosen Volumen leicht und mächtig zugleich erscheinen und den Assoziationen des Betrachters freien Raum lassen. Eine weitere Werkgruppe umfasst Papierobjekte, die unter einem Glassturz präsentiert eine Anmutung von Fragilität, Schönheit und Schützenswertem erhalten.

Geöffnet ist die Ausstellung montags bis donnerstags von 8 bis 17, freitags von 8 bis 13 Uhr.

(biro/b-r)
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