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Schwalmtal
Gasnetzgesellschaft für Schwalmtal gegründet

Schwalmtal: Gasnetzgesellschaft für Schwalmtal gegründet
Markus Barczik (v.l., sitzend), Geschäftsführer der NEW Schwalm-Nette, Kämmerin Marietta Kaikos und Bürgermeister Michael Pesch sowie (v.l., stehend) Michael Steffens, Geschäftsführer der Gasnetzgesellschaft, Notar Stefan Heimsoeth, Tafil Pufja, Geschäftsführer der NEW Schwalm-Nette und der Erdgasversorgung Schwalmtal, sowie Bernd Gather, Geschäftsführer der Gasnetzgesellschaft, bei der Unterzeichnung des Konzessionsvertrages für Gas. FOTO: Detlef Ilgner
Schwalmtal. Die Erdgasversorgung Schwalmtal (EVS) und die Gemeinde haben die Gasnetzgesellschaft Schwalmtal gegründet. Aus der Beteiligung verspricht sich die Gemeinde finanzielle Vorteile. Von Birgitta Ronge

Mit der Beteiligung an einer Gasnetzgesellschaft geht die Gemeinde Schwalmtal einen weiteren Schritt auf ihrem Weg, der sie aus dem Haushaltstief herausführen soll. Sie ist seit 2014 schon an der Stromnetzgesellschaft Schwalmtal beteiligt, jetzt wurde auch der Vertrag für die Gasnetzgesellschaft Schwalmtal unterzeichnet.

In beiden Fällen ist die Konstruktion ähnlich: Dafür, dass das Stromnetz ausgebaut und instandgehalten wird, zahlen Stromkunden Geld an den Netzbetreiber. Der Netzbetreiber wiederum gibt der Gemeinde dafür, dass er die Leitungen auf Gemeindegrund nutzt, Geld - das ist die sogenannte Konzessionsabgabe. Dieses Geld holt sich der Netzbetreiber von den Stromanbietern wieder, die es auf den Strompreis aufschlagen. Außerdem zahlen Stromkunden ein Netzentgelt für Ausbau und Instandhaltung des Stromnetzes. Beim Gasnetz ist es ebenso - auch dafür erhält die Gemeinde eine Konzessionsabgabe.

Nun ist für den Strom die Stromnetzgesellschaft Schwalmtal Betreiber des Netzes, für das Gas ist es die Gasnetzgesellschaft Schwalmtal. An beiden Gesellschaften ist die Gemeinde Schwalmtal mit je 49 Prozent beteiligt. Die anderen 51 Prozent halten beim Strom die RWE AG, beim Gas die Erdgasversorgung Schwalmtal (EVS), an der wiederum die NEW Schwalm-Nette und Gelsenwasser je zur Hälfte beteiligt sind. Weil die Gemeinde an den Netzgesellschaften beteiligt ist, erhält sie auch eine Beteiligung an den Netzentgelten, die Stromanbieter an die Netzbetreiber für die Nutzung der Netze bezahlen müssen.

Für die Beteiligung an den Gesellschaften musste Schwalmtal zunächst investieren. Doch Kämmerin Marietta Kaikos ist überzeugt davon, dass sich die Investition in acht oder neun Jahren rechnet. Sie geht davon aus, dass die Gemeinde pro Jahr rund 200.000 Euro durch die Beteiligung an der Strom- und rund 200.000 Euro durch die Beteiligung an der Gasnetzgesellschaft einnehmen wird. Mit der Gründung beider Gesellschaften sei sie "sehr glücklich", erklärte Kaikos, "weil uns das weitere Erträge für den Gemeindehaushalt für die nächsten 20 Jahre beschert". Neben den wirtschaftlichen Vorteilen für die Gemeinde sieht Bernd Gather, Planungsamtsleiter im Rathaus und frischgebackener Geschäftsführer der Gasnetzgesellschaft, ein weiteres Plus in diesem Konstrukt: "Wir planen, wir bauen. Und man kann viele Dinge besser planen, wenn alles aus einer Hand ist." Gehe es um nachhaltige Projekte, um die Planung von Windkraftanlagen oder Solarparks, sei die Gemeinde "mit im Boot", so Gather. Bürgermeister Michael Pesch bekräftigte: "Durch die Beteiligung an den Netzgesellschaften haben wir ein Mitspracherecht. Wir sehen uns das nicht mehr nur aus der Zuschauerreihe an."

Zur Verbesserung der Haushaltssituation hatte die Gemeinde Schwalmtal unter anderem die Grundsteuer B, die Hundesteuer und die Vergnügungssteuer erhöht, Leistungen wie den Winterdienst gekürzt und von Vereinen mehr für die Nutzung von Sporthallen verlangt. Die Vorschläge kamen aus der Konsolidierungsgruppe, der Mitarbeiter der Verwaltung und Mitglieder der im Rat vertretenen Parteien angehörten. So kam auch die Überlegung auf, durch die Beteiligung an Netzgesellschaften höhere Erträge zu erhalten. Für 2015 hatte Kämmerin Marietta Kaikos ein Defizit von 2,6 Millionen Euro prognostiziert, für das Jahr 2016 rechnet sie mit einem Defizit von 2,3 Millionen Euro.

Quelle: RP
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