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Viersen
Gastwirt leidet unter Dauer-Baustelle

Viersen: Gastwirt leidet unter Dauer-Baustelle
Schilder, Löcher, Bauzäune: Vor Ayhan Baksis Restaurant ist die Oberrahserstraße eine einzige große Baustelle. FOTO: Norbert Prümen
Viersen. Für die Anwohner bringen die Bauarbeiten an der Oberrahserstraße Unannehmlichkeiten mit sich. Restaurantbetreiber Ayhan Baksi hingegen sieht sogar seine Existenz bedroht Von Bianca Treffer

Fertig eingedeckte Tische in einem stilvollen Ambiente, eine Küche, in der die frischen Zutaten nur noch darauf warten, verarbeitet zu werden, Servicekräfte, die in den Startlöchern stehen - das Restaurant "Di-to" an der Oberrahserstraße 55 ist mit seiner mediterranen Küche für seine Gäste vorbereitet.

Doch die kommen nicht. Inhaber Ayhan Baksi ist überzeugt: Das liegt an der Oberrahserstraße, an der das Restaurant zu finden ist. Die Straße ist derzeit eine einzige große Baustelle. "Hier fährt keiner zu meinem Restaurant durch", sagt Baksi.

Vor mehr als einem Jahr ist die Oberrahserstraße zur Baustelle mutiert. Die Stadt Viersen saniert die Straße, die NEW erneuert die Abwasserkanäle und die Versorgungsleitungen. Was für das Di-to harmlos anfing, ist laut Baksi mittlerweile zu einer Katastrophe geworden. Seit nunmehr sieben Monaten kämpft er mit den Folgen der Baustelle vor der Türe des Restaurants.

"Ich habe einen Einbruch von über 50 Prozent. Lange geht das nicht mehr gut, dann kann ich schließen", sagt der Restaurantbetreiber. Seine Kunden wüssten nicht mehr, wie sie zum Di-to fahren könnten. Darüber hinaus stelle sich aufgrund der Baustelle auch die Parkplatzsituation als problematisch dar, fügt Baksi an. Hinzu kämen als weitere Belastung Dreck und Staub, den die Baustelle mit sich bringe.

Beim Blick auf die Fahrbahn vor dem Di-to ist kein Asphalt mehr zu sehen. Ab der Regentenstraße ist der Bodenbelag nicht mehr vorhanden. Absperrgitter bestimmen das Bild. Ein großes Schild verkündet, dass es sich derzeit um eine Sackgasse handelt und lediglich Anliegern eine Durchfahrt gewährt ist. Einspurig geht es auf dem Lehmboden entlang der Absperrungen weiter. Löcher, in deren Tiefen diverse Rohre liegen, sind vor den Häusern zu sehen.

Baksi sprach die Viersener Bürgermeisterin Sabine Anemüller (SPD) an und wandte sich auch an Frank Kindervatter, Vorstandsvorsitzender der NEW AG. Doch Hilfe gibt es von keiner Seite. Bei der Stadt sieht man die Probleme von Baksi nicht. Auf Anfrage unserer Redaktion heißt es in einem Antwortschreiben: "Die Gaststätte war und ist jederzeit über die Düppelstraße erreichbar. Auch die Oberrahserstraße war und ist weitgehend passierbar, wenn auch mit baustellenbedingten Einschränkungen".

Zudem teilt die städtische Pressestelle mit, dass Anemüller den Restaurantbetreiber darauf aufmerksam gemacht habe, dass solche Baumaßnahmen im allgemeinen Interesse von den Betroffenen hier wie an allen anderen Stellen geduldet werden müssten.

Dabei hat Baksi Ideen, wie er die Situation besser bewältigen könnte. Allerdings bräuchte er dafür etwas städtische Hilfe. "Ich habe Schilder machen lassen, die darauf hinweisen, dass eine Zufahrt zu meinem Restaurant möglich ist", berichtet Baksi. Er stellte die Schilder entsprechend auf, doch sie verschwanden spurlos. Die RP fragte bei der Stadt Viersen wegen der Schilder nach und erhielt die Antwort: "Hinsichtlich der Schilder liegen hier keine Erkenntnisse vor. Allerdings darf niemand ohne entsprechende Genehmigung Schilder im öffentlichen Raum aufstellen."

Auch wenn seine Stammkunden treu zu ihm halten und trotz der Unwegsamkeiten der Baustelle ihren Weg zum Di-to finden, so kämpfe er um seine Existenz, macht Baksi deutlich. Viele Kunden ließen sich nun einmal durch die Baustelle abschrecken. Die Anwohner beklagen indes auch, dass die Bauarbeiten nur sehr langsam und nur mit größeren Pausenabschnitten vorangehen würden. Laut der Ankündigung der Stadtverwaltung sollen die Baumaßnahmen im August abgeschlossen sein. Für Baksis Restaurant könnte es dann jedoch schon zu spät sein.

Quelle: RP
 
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