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Viersen
Gelungener Auftakt für "Viersen open art"

Viersen. Über 40 Künstler aus der Region zeigten im Lyzeumsgarten in Viersen Bilder und Objekte. Von Sigrid Blomen-Radermacher

Während die Sonne es wirklich gut mit den Künstlern meinte, zerrte der Wind an den Bildern und damit ein wenig auch an den Nerven der Künstler. Aber ein Veranstaltung unter freiem Himmel ist schließlich den Launen der Natur ausgesetzt, und die gute Laune der Beteiligten und Gäste wurde nicht nachhaltig gestört. Auf Initiative von Uwe und Ina Peters, Dagmar Wienen, Norbert und Marlene Lennartz, Richard Caelers, Rudi Linges und Sabine Schumacher verwandelte sich am Sonntag der Lyzeumsgarten hinter der Festhalle zu einem Kunstmarkt. Über 40 Künstler aus der näheren und weiteren Umgebung präsentierten unter Pavillons ihre Bilder und Objekte.

Das Trio "Swing up" begleitete mit Jazz, Swing und Blues die Gäste und "La Cava" sowie das Café des Paulusstiftes sorgten für das leibliche Wohl der Besucher. Fast ein Jahr Vorlauf, so Sabine Schumacher, eine der ehrenamtlich tätigen Initiatoren, benötigt die Planung eines solchen Events. Sie selbst ist die "Intendantin" der Ausstellung: Sie sucht Künstler aus, stellt sie ihren Mitstreitern vor und wählt sie gemeinsam mit diesen aus. Auch ist sie vor und während der Ausstellung zuständig für die Betreuung der Künstler. Viel Wert legt sie darauf, dass die Veranstaltung "Viersen open art" kein "Jahrmarktrummel" wird: Alle Pavillons sind weiß, die Musik dezent, das kulinarische Angebot besonders ausgesucht.

Schirmherr von "Viersen open art" in diesem Jahr war Emil Schult. Seit fünf Jahren lebt er, der an der Kunstakademie Düsseldorf studierte, in Viersen. Sein Anliegen beschreibt er so: Er wolle den Menschen zeigen, wie wichtig es sei, dass Kunst, Kultur und Technologie zusammenspielen, dass sie miteinander verbunden bleiben. Er wolle der nächsten Generation mitgeben, dass die Menschen lernen müssen, dass Kultur hilft, das Leben zu meistern. Am Sonntag immerhin nahmen die Viersener das Angebot, ihr Leben mit der Kunst und Kultur zu verbinden, dankbar an, betrachteten Objekte, Gemälde, Fotografien und stöberten in Kunst-Büchern, die Marlene und Robert Lennartz vom Versandantiquariat "Der Philo-Soph" anboten.

Das Schöne an einem solchen Event ist ja, dass der Besucher Künstlern begegnet, die nicht aus dem Kreis der bekannten stammen. So zum Beispiel Roman und Anna Küffner, die sowohl technisch als auch inhaltlich eine besondere Art von Fotografie präsentierten: Sie suchen nach ausführlicher Recherche verlassene Orte auf, das Chemielabor einer belgischen Universität beispielsweise. Eine ungewöhnliche Atmosphäre liegt über dem Raum. Küffners erstellen mehrere Fotos, die übereinandergelegt werden und somit die besondere Stimmung erhalten.

Oder Stefan JL Henreich aus Düsseldorf, dessen malerische Fotografien erst auf den zweiten Blick als solche zu erkennen sind und dessen Meer- und Strandmotive die noch nicht so lange vergangenen Sommerwochen in der Erinnerung neu aufleben lassen. Oder Johannes Wittmann aus Wegberg, der seine Gemälde und Collagen zeigt. Er gestaltet seine Motive erkennbar, naturalistisch, doch durch eine besondere Perspektive erscheinen sie wie abstrahiert. Oder die Düsseldorferin Elke Fricke, auch sie eine Fotografin. Ihr Schwerpunkt sind minimalistische Fotografien, die oft nur einen Ausschnitt zeigen oder in ihrer Begrenzung rätselhaft bleiben. Daneben fotografiert sie die düsteren Ecken von Städten. Die Orte der Obdachlosen beispielsweise mit ihrem Hab und Gut.

Themen, Techniken und Qualität der ausgestellten Arbeiten waren sehr unterschiedlich - doch sicher war für jeden Besucher der "Viersen open art" ein Highlight dabei.

Quelle: RP
 
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