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Schwalmtal
Gemeinde setzt fürs Internet auf Freifunk

Schwalmtal: Gemeinde setzt fürs Internet auf Freifunk
In der Gemeinde Schwalmtal, hier das Baugebiet "Im Burghof", soll es in Zukunft ein öffentliches WLan-Netz geben. Dazu will die Verwaltung mit der Schwalmtaler Freifunk-Initiative um Daniel Weuthen kooperieren. FOTO: F.H. Busch/Montage: RP
Schwalmtal. In Kooperation mit der Initiative Freifunk soll für Schwalmtal ein flächendeckendes WLAN-Netz aufgebaut werden. Von Birgitta Ronge

Die Gemeindeverwaltung in Schwalmtal soll in Zusammenarbeit mit der Initiative Freifunk Schwalmtal ein öffentliches WLan in der Gemeinde aufbauen. Das beschlossen jetzt die Mitglieder im Ausschuss für Planung, Umwelt und Verkehr einstimmig in seiner jüngsten Sitzung. Der Ausschuss hatte Daniel Weuthen von der Schwalmtaler Initiative eingeladen, das Konzept von Freifunk zu erläutern.

Die Freifunk Community gibt es in Schwalmtal seit Oktober 2015. Sie hat eine eigene Internetseite und einen eigenen Facebook-Auftritt, ist vernetzt mit den Nachbarcommunitys in Viersen, Mönchengladbach und Niederkrüchten. "Ziel ist ein flächendeckendes, freies WLan für ganz Schwalmtal", erklärte Weuthen. Man sei es heute gewohnt, online zu sein, über Smartphone oder Tablet das Internet immer zur Verfügung zu haben.

Doch je nach Telefonanbieter ist der Empfang schlecht oder gar nicht möglich. Und für Nutzer aus dem Ausland ist die Internetverbindung unterwegs auch ganz schön teuer. Freifunk hingegen ermögliche es jedem, das Internet zu nutzen - und das kostenfrei. Freifunk sei nicht kommerziell, sondern "im Besitz der Gemeinschaft", so Weuthen. Und es sei unzensiert: Freifunk nehme keinen Einfluss auf aufgerufene Seiten.

Im vergangenen Jahr sei viel über die sogenannte Störerhaftung diskutiert worden, auch daran erinnerte Weuthen. Natürlich könne jeder seinen eigenen Anschluss daheim auch für andere Nutzer öffnen. Dann bestehe aber das Risiko der Störerhaftung: Derjenige, der seinen Anschluss für andere öffne, müsse gegebenenfalls Abmahnkosten zahlen, falls über seinen Anschluss illegale Inhalte hochgeladen werden. Und es könne auch sein, dass die Polizei zur Hausdurchsuchung anrücke, wenn sie bei Straftaten ermittle.

Mit Freifunk soll das nicht passieren, so Weuthen. Da Freifunk keine Rückschlüsse auf den Anschluss-Inhaber zulasse, keine Daten erfasse und weitergebe, entfalle für diejenigen, die über Freifunk das Netz öffnen, dieses Risiko. Das System funktioniert so: Wer einen Internetanschluss hat, stellt neben den eigenen Router zusätzlich einen Freifunk-Router. Dort kann sich jeder ins Internet einloggen und es nutzen. Datenwege sind zurückverfolgbar bis zu einem Zugangsserver, den Freifunk betreibt, nicht aber bis zum privaten Router.

Der Clou: Sobald mehrere Router von Freifunk in der Nähe sind, verknüpfen sie sich miteinander. Sie sind die Knoten, aus denen sich ein Netz knüpfen lässt.

Derzeit gibt es in Schwalmtal neun Freifunk-Knoten, etwa 15 bis 35 Nutzer sind regelmäßig gleichzeitig online. Deutschlandweit steigt der Anteil der Freifunk-Router stetig: Im vergangenen Jahr verdreifachte sich die Anzahl der Zugangsknoten. Bis zum 29. Januar 2016 wurden insgesamt 26.949 Knoten gezählt. Mit Hilfe dieses Systems können auch Orte mit freiem Internetzugang versorgt werden, die bislang keinen eigenen Internetanschluss hatten. Bei Häusern am Waldnieler Zoppenberg etwa, in denen derzeit Flüchtlinge untergebracht sind, war das der Fall, berichtete Daniel Weuthen. Dort stellten Nachbarn die Breitbandversorgung, so dass die Häuser am Zoppenberg nun auch über Freifunk angebunden sind.

Neben der Anbindung von Flüchtlingsunterkünften könnte sich Daniel Weuthen weitere Projekte für Schwalmtal vorstellen: So soll etwa der Waldnieler Markt mit dem freien WLan via Freifunk versorgt werden, das gilt auch für Sportstätten oder andere öffentliche Einrichtungen und Orte in der Gemeinde.

Quelle: RP
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