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Viersen
Gemeinden wollen Fracking verhindern

Hintergrund: So funktioniert Fracking
Hintergrund: So funktioniert Fracking
Viersen. Schwalmtal und Niederkrüchten sprechen sich gegen die Schiefergas-Gewinnungspläne der Niederlande aus. Von Jochen Smets U. Birgitta Ronge

Die Gemeinde Niederkrüchten lehnt die Fracking-Pläne der Niederlande im Grenzgebiet zu Deutschland ab. Eine entsprechende Stellungnahme verabschiedete der Rat einstimmig. In den Niederlanden gibt es Überlegungen, im Rahmen einer Neukonzeption der Energieversorgung auch Schiefergas zu fördern. Beim Fracking wird Wasser, versetzt mit chemischen Zusätzen, unter hohem Druck in den Untergrund gepumpt, um das Gestein aufzubrechen und das dabei frei werdende Gas zu fördern.

Die Gemeinde Niederkrüchten weist vor allem auf die Risiken der Fracking-Technologie für das Grundwasser sowie auf die hohe Erdbeben-Gefahr in der niederrheinischen Bucht hin. "Grundwasser macht vor Landesgrenzen nicht halt. Da die Grundwasserleiter auf niederländischer Seite mit jenen auf deutscher Seite verbunden sind, können Auswirkungen auf das Grund- und Trinkwasser in der Gemeinde Niederkrüchten nicht ausgeschlossen werden", heißt es in der Stellungnahme.

Auch in Schwalmtal hat sich der neue Gemeinderat in seiner ersten Sitzung einstimmig gegen die Fracking-Pläne der niederländischen Nachbarn ausgesprochen. Die Gemeinde appelliere "an die niederländischen Genehmigungsbehörden, keine entsprechenden Erlaubnisse zu erteilen beziehungsweise Fracking als Gasgewinnungsmethode bereits in der Strukturversion auszuschließen", heißt es in der Stellungnahme der Gemeinde Schwalmtal.

Zumindest sollten im Rahmen einer strategischen Umweltprüfung die Auswirkungen einer Gasgewinnung im Grenzraum abgeklärt werden. Die Gemeinde möchte ausgeschlossen wissen, dass belastetes Grundwasser auf Schwalmtaler Gebiet gelangt, möchte wissen, welche Folgen und Risiken mögliche Verwerfungen in den Gesteinsschichten für Schwalmtal haben und welche möglichen negativen Auswirkungen die Schiefergasgewinnung auf den Venloer Graben hat.

In Brüggen hatte die CDU zuletzt Unterschriften gegen Fracking gesammelt und innerhalb einer Woche 424 erhalten. "Wir hätten vermutlich noch viel mehr Unterschriften, wenn unsere Aktion länger hätte laufen können", so die CDU-Vorsitzende Claudia Wolters, "aber wegen des bevorstehenden Einspruchstermins ging das nicht. So blieb uns nur eine Woche. Ich bin von dem Erfolg aber begeistert." Die Unterschriften sollen an die niederländischen Behörden weitergeleitet werden.

Die hatten den Entwurf zur einer strategischen Umweltprüfung offengelegt. Bis zum 9. Juli können nicht nur betroffene deutsche Behörden, sondern auch deutsche Bürger dazu eine Stellungnahme abgeben, beispielsweise über den Bundesverband der Bürgerinitiativen Umweltschutz und die Grünen. Die Kreisverwaltung will für die heutige Sitzung auch dem Kreistag vorschlagen, dazu eine fachliche Stellungnahme abzugeben. Weil der Kreis Viersen zu spät beteiligt wurde, hat er eine Fristverlängerung erhalten und darf bis zum 16. Juli seine Stellungnahme - unterstützt durch externe Sachverständige - abgeben.

Der neue Rat der Gemeinde Brüggen, der am kommenden Dienstag, 1. Juli, erstmals tagt, wird das Thema ebenfalls kurzfristig auf der Tagesordnung haben, wie Hauptamtsleiter Gerd Schwarz gestern mitteilte. Die Verwaltung werde dem Brüggener Rat empfehlen, der Stellungnahme des Kreises zu folgen.

Quelle: RP
 
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