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Viersen
Gemeinsam das Alter gestalten

Viersen. In Viersen haben drei Paare ein Grundstück gekauft, um ihren Traum vom Wohnen in der zweiten Lebenshälfte zu realisieren. An der Eichenstraße entstehen zehn Wohnungen Von Daniela Buschkamp

Allein wohnen, aber sich dennoch in einer Gemeinschaft aufgehoben fühlen: Das ist der Grundgedanke eines neuen Wohnprojektes für Menschen ab 50 Jahre. An der Eichenstraße in Viersen realisieren es drei Ehepaare gemeinsam - hinter ihnen liegt eine vier Jahre lange Suche. "Wir haben 15 Jahre in Willich gelebt, sind jeden Samstag nach Viersen zum Markt geradelt", schildern Gaby (60) und Paul Gerst (74), er ist auch der Architekt. Dass die Standortwahl auf Viersen fiel, lag nahe: "Wir haben uns in Viersen immer sehr wohl gefühlt, es ist eine sehr angenehme Stadt."

"Wohnen an den Linden" heißt der Komplex auf einer 3000 Quadratmeter großen Fläche, auf der eine Sommer- und eine Winterlinde stehen. An der Eichenstraße sind zehn Wohneinheiten geplant. Die drei Paare haben das Grundstück gekauft, wollen das gesamte Vorhaben über den Verkauf der Eigentumswohnungen finanzieren und auch selbst dort einziehen. Zum Investitionsvolumen wollten sie sich nicht äußern. "Fünf Wohnungen werden vermietet", so Gerst.

Charakteristisch ist ein Gemeinschaftshaus. "Dort wollen wir Gemeinschaft leben: Spielen, tanzen, zusammen kochen oder Sport treiben", stellt sich die Willicherin vor. Das erste gemeinsame Fest soll das Weihnachtsfest 2017 sein. Die erste gemeinsame Tat liegt bereits hinter den drei Paaren: Die Eheleute Gerst, Klaus Schmidt und Witha Rosenberg aus Viersen sowie Angelika und Reiner Rohlfs haben eine Hecke an ihrem neuen Zuhause gesetzt. Kennengelernt haben sie sich in Mönchengladbach, als sie sich für das Projekt "WG 2025" interessierten. Doch so lange wollten sie nicht warten - und realisierten die Pläne für ihr neues Zuhause kurzerhand selbst. Der Baubeginn soll im Frühjahr sein.

Bis 2019 wird auch im Kreis Viersen die Zahl der Älteren um 31 Prozent steigen. Außer in der Stadt Viersen wird im gesamten Westkreis der Bedarf an vollstationären Pflegeplätzen zunehmen. Abhängig von ihrer Gesundheit können Ältere zudem wählen zwischen barrierefreien Wohnungen, Wohnen mit Service oder ambulant betreuten Wohngemeinschaften, die acht Einrichtungen im Westkreis anbieten. Allerdings fehlen Senioren-WGs bisher in Brüggen und Niederkrüchten vollständig.

Auch Gaby und Paul Gerst haben sich über ihre Zukunft Gedanken gemacht, fanden aber nichts, was ihren Vorstellungen von einem selbstbestimmten, unabhängigen und doch gemeinschaftlichen Wohnen entsprach. Natürlich ist Pflege auch für die drei Paare ein Thema: "Wir wollen alle zusammen alt werden und uns umeinander kümmern", sagt Reiner Rohlfs. "Bei Bedarf arbeiten wir mit einem Pflegedienst zusammen. Uns ist klar, dass die gegenseitige Pflege nicht übernommen werden kann", betont Paul Gerst.

Die drei Initiatoren-Paare hoffen auf eine "fröhliche Gemeinschaft, in der jeder Platz, aber auch Ruhe findet", sagt Gaby Gerst. Hühner für den Garten sind auch vorgesehen.

Quelle: RP
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