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Viersen
Gemeinsam essen verbindet

Viersen: Gemeinsam essen verbindet
Teilnehmerin Rukia Kuara (l.) aus Syrien und Angeliki Asimakopoulou (r.), Leiterin der Integrationsagentur Viersen, drapieren das Essen auf dem Tisch. FOTO: Kallianteris
Viersen. Während der Interkulturellen Woche ging es bundesweit um das Kennenlernen und den Austausch verschiedener Kulturen. Höhepunkt in Viersen war das gemeinsame Kochen im Südstadt-Büro Von Jiota Kallianteris

"Vielfalt verbindet" - so lautete das Motto der Interkulturellen Woche, die bis Dienstag bundesweit begangen wurde. Der Auftakt wurde in Offenbach am Main mit einem ökumenischen Gottesdienst und einer Festveranstaltung in einer Berufsschule gefeiert. Auch in Viersen drehte sich während dieser einen Woche alles um das gegenseitige Kennenlernen und den harmonischen Austausch der verschiedenen Kulturen.

Geplant und organisiert wurde die Viersener Interkulturelle Woche von der Integrationsagentur Viersen in Zusammenarbeit mit der Diakonie Krefeld und der Stadt Viersen. "Wir haben das Programm für die Woche gemeinsam erarbeitet und die Schwerpunkte so gesetzt, dass für jeden Menschen etwas Interessantes dabei ist", sagt Angeliki Asimakopoulou, Leiterin der Integrationsagentur Viersen. "Etwas, das ihn neugierig auf seine ausländischen Mitbürger macht und Berührungsängste abbaut."

Während der verschiedenen Angebote gab es Raum und Zeit für zahlreiche Begegnungen, Diskussionen und Aktionen. Auch der religiöse Austausch unter den Teilnehmern war Bestandteil der Interkulturellen Woche. Ein Programmpunkt war beispielsweise eine Ökumenische Andacht in der Ditib-Yeni-Moschee in Viersen, die zum Tag des Flüchtlings mit Vertretern verschiedener Konfessionen begangen wurde.

Einen besonderen Höhepunkt bot das "Interkulturelle Kochen" im Südstadt-Büro. "Erfahrungsgemäß ist die Kochveranstaltung besonders gut besucht", erzählte Patricia Jessen vom Südstadt-Büro, in dem die Veranstaltung zum vierten Mal stattfand. Mehr als 30 Teilnehmer hatten sich zum Kochen und gemeinsamen Essen eingefunden. Die Islam-Wissenschaftlerin war im Großen und Ganzen zufrieden mit der Resonanz zur Interkulturellen Woche. "Der Beginn am Sonntag war zeitgleich mit der Bundestagswahl, da gab es bei den Filmvorführungen etwas weniger Resonanz. Doch das hat sich mittlerweile gelegt und wir freuen uns sehr über die zahlreichen Besucher, die die unterschiedlichen Angebote annehmen", sagte Jessen.

Der Titel des Koch-Projektes "Vom Hindukusch bis Viersen" ließ erahnen: Hier gibt es Köstlichkeiten aus der arabischen Küche. Und den Zusatz "Integration geht durch den Magen" hat Integrationsagentur-Leiterin Asimakopoulou bewusst so gewählt. "Alle Menschen essen gerne und sind neugierig auf Neues", sagte sie. Beim Kochen könne man viele Gemeinsamkeiten entdecken. "Das funktioniert auch ohne viele Worte."

Die 29-jährige Hanan Hafian aus Aleppo im Norden Syriens zeigte den anderen im Südstadt-Büro ihre Kochkünste und erklärte die landestypischen Tricks und Kniffe. Es gab diverse Salatvariationen, Fleisch- und Reisgerichte garniert mit Mandelsplittern, Auberginen-Püree (Mutabbal) und Hummus (Kichererbsen-Dip). Als Nachtisch wurden sirupdurchtränkte, mit Walnüssen gefüllte Blätterteigröllchen gereicht, um die Besucher glücklich zu machen.

Die neue Integrationsfachkraft der Stadt Viersen, Nina Himmelsbach, nahm zum ersten Mal an den Veranstaltungen der Interkulturellen Woche teil. "Es ist eine fantastische Veranstaltung und ich bin sehr froh, dabei sein zu dürfen", sagte sie. Wichtig sei es, dass Menschen auch mit Kulturen anderer in den Austausch kämen. "So können Ängste und Vorbehalte abgebaut werden", fügte Himmelsbach hinzu.

Initiatorin Angeliki Asimakopoulou war ebenfalls sehr zufrieden, dass sich auch deutsche Gäste eingefunden hatten. "Gerade jetzt aktuell, wo wir einen Rechtsruck in der Bevölkerung feststellen, müssen wir dafür sorgen, Berührungsängste abzubauen. Schließlich sind wir alle Menschen, mit unseren Ängsten und Wünschen", sagte sie.

Quelle: RP
 
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