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Niederkrüchten
Gemeinsames Handeln nötig

Niederkrüchten: Gemeinsames Handeln nötig
Bürgermeister Herbert Winzen (re.) dankte (von links) Hermann Böken, Hubert Ramakers, Dr. Karl Heinz Achten und Christine Bors für ihr Engagement im Heimat- und Kulturverein (HKV) Niederkrüchten. FOTO: RPO
Niederkrüchten. 2011 wird ein Jahr der Herausforderungen für Niederkrüchten. Fakten hörten die Gäste des Neujahrsempfangs. Christine Bors, Karl-Heinz Achten, Hermann Böken und Hubert Ramakers erhielten das Ehrenzeichen der Gemeinde. Von Wiltrud Wolters

Herbert Winzen beschönigte nichts. Der Bürgermeister fokussierte sich beim Neujahrsempfang in der Begegnungsstätte vor 250 Gästen auf Fakten. Positive Entwicklungen sind die Erfolgsgeschichte der Bücherei oder die durch den Bau der Kindertagesstätte in Elmpt überdurchschnittlich gute Versorgung mit Kindergartenplätzen für Kinder unter drei Jahren. Aber auch unangenehme Tatsachen gibt es wie die schwierige Haushaltslage oder die bedrohte Schullandschaft, die Niederkrüchten nicht unbedingt ein schönes neues Jahr verheißen. 2011 werde ein Jahr der Herausforderungen, sagte der erste Bürger der Gemeinde: "Herausforderungen, die entschlossenes und vor allem gemeinsames Handels verlangen."

Dass das vergangene Jahr nicht immer von eben diesem gemeinsamen Handeln geprägt war, machte der Bürgermeister am Beispiel der von der Schließung bedrohten Haupt- und Realschule deutlich: "Ich habe im Gespräch mit Vertretern des Regierungspräsidenten Düsseldorf die Situation beraten und die Empfehlung mitgenommen, hier in Niederkrüchten eine Gemeinschaftsschule zu errichten, die Real- und Hauptschule in sich aufnimmt." Der Gemeinderat habe dies abgelehnt und sich mit Mehrheit für den Erhalt der jeweils eigenständigen Schulen ausgesprochen. Nun gelte es, diesen Beschluss umzusetzen und für beide Schulen die Werbetrommel zu rühren.

1,5 Millionen Unterdeckung

Sparen, sparen, sparen – so lautet die Devise in finanzieller Hinsicht. Zwar werde die Gemeinde, wie Winzen erläuterte, 2011 nicht in die Situation eines Nothaushaltes kommen. Trotzdem wird der Haushalt trotz moderater Steuererhöhungen voraussichtlich in einer Größenordnung von 1,5 Millionen Euro nicht gedeckt sein. Der wirtschaftliche Aufschwung, der sich nach dem Krisenjahr 2009 in 2010 einstellte, komme in den öffentlichen Haushalten nicht an. "Ein Drittel der nordrhein-westfälischen Kommunen befanden sich bereits 2010 in der Situation eines Nothaushaltes. Viele weitere werden 2011 folgen", sagte Winzen. Nach wie vor warteten die Kommunen darauf, dass die Finanzbeziehungen zwischen Bund, Land und den Kommunen neu geregelt werden. Wünsche wie die Erstrahlung der Bäder in neuem Glanz oder Kunstrasenplätze müssten vor diesem Hintergrund mit der Realität in Einklang gebracht werden.

Mit dem Ehrenzeichen der Gemeinde, das seit 2008 für besonderes bürgerschaftliches Engagement verliehen wird, zeichnete Winzen Christine Bors, Dr. Karl-Heinz Achten, Hermann Böken und Hubert Ramakers aus. Die Mitglieder im Arbeitskreis Mundart des Heimat- und Kulturvereins Niederkrüchten engagieren sich seit mehr als 15 Jahren für den Erhalt der Elmpt-Niederkrüchtener Mundart und haben in diesem Bestreben unter anderem zwei Bücher geschrieben.

Quelle: RP
 
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