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Viersen
Gemeinschaft will Nordstadt stärken

Viersen: Gemeinschaft will Nordstadt stärken
Plakate könnten künftig gebündelt platziert werden. FOTO: ISG
Viersen. Die Interessen- und Standortgemein-schaft Nordstadt hat eine lange "Zu erledigen"-Liste für 2016 aufgestellt. Sie will mehr Kunden nach Viersen locken. Von Daniela Buschkamp

"Die Nordstadt ist ein beliebtes Ziel", sagt Dr. Winfried Tackenberg. Das Vorstandsmitglied der 17 Mitglieder zählenden Interessen- und Standortgemeinschaft (ISG) Nordstadt) stützt sich mit dieser Aussage auf aktuelle Frequenzmessungen, die die Gemeinschaft erhoben hat. Demnach bewegen sich innerhalb von 24 Stunden rund 13.000 Passanten zwischen Remigiusplatz und Sparkassen-Vorplatz, innerhalb der Geschäftszeiten seien es zwischen 10.500 und 11.000.

Doch eine gute Frequenz allein reicht nicht für wirtschaftlichen Erfolg. So haben sich die ISG-Mitglieder für 2016 eine umfangreiche "Zu erledigen"-Liste formuliert. Darauf stehen eine bessere WLan-Versorgung, Vorhaben für mehr Sauberkeit und für ein einheitlicheres Stadtbild. Zudem sollen Lücken im Branchenangebot - laut Tackenberg etwa bei Porzellan und Süßwaren - geschlossen werden. Das zentrale Ziel: "Wir müssen Einkaufen in Viersen für die Kunden wieder stärker zum Erlebnis machen, insbesondere an Samstagen", fordert Tackenberg. "Wir müssen den Menschen einen Grund geben, nicht das Borussia-Spiel im Fernsehen zu verfolgen, sondern hierhin zu kommen." Wie das funktionieren könnte: "Mit Events in der Fußgängerzone", ist das ISG-Vorstand überzeugt. Dass die Besucher kommen, wenn ihnen ein Anreiz geboten wird, das zeige Tackenberg zufolge die doppelt so hohe Frequenz beim Martinsmarkt: "An diesem Samstag stieg die Zahl der Passanten um 105 Prozent." Warum ihm diese Zahlen derart wichtig sind: "2011 wollte ein großer Damenmodenanbieter eine Filiale in der Nordstadt eröffnen. Nach einer weiteren Begutachtung am Samstagnachmittag, als nur wenige Fußgänger unterwegs waren, entschied sich der Filialist dagegen", erinnert sich Tackenberg. Aktuell werden in der Fußgängerzone zwischen Kaiser-Eck und Peters-Messer-Bau Spaziergänger gezählt. Zudem ist bei einem ISG-Mitglied ein neues Kundeneintritts-Messsystem montiert. Für Filialisten wie Douglas, Takko oder Strauß sei dies längst Alltag.

FOTO: busch

Auch will sich die ISG für mehr Sauberkeit in der City einsetzen. Insbesondere Hunde- und Taubenkot würden das Bild beeinträchtigen. Durch Taubenkot würden nicht nur Fassaden beschädigt. Er stelle auch ein Gesundheitsrisiko dar, wenn er bei Lebensmittelgeschäften oder Gastronomie-Betrieben auftrete. Stark abgeschrägte Fensterbänke, die einfach nachgerüstet werden könnten, würden Tauben ebenso von der Landung abhalten wie das Material "Nopaloma". "Wir haben es an Straßenlaternen getestet und erstaunliche Erfolge erzielt", sagt Tackenberg.

Die Ausstattung mit kostenfreiem W-Lan in der Nordstadt schätzt Tackenberg als "Trauerspiel" ein: "Es gibt zurzeit gerade einmal vier Anbieter. Das muss sich auf dem Hauptstraßenzug dringend ändern." Nicht nur für Jugendliche, sondern auch für Ältere sei es selbstverständlich, kostenfrei in der einer Stadt surfen zu können.

Ein Beispiel für mehr Sauberkeit: Straßenlaternen ohne Taubenkot. FOTO: ISG

Luft nach oben sieht der ISG-Vorsitzende beim gastronomischen Angebot: "Wir haben viele Cafés, aber zu wenig Gastronomie, die mehr bietet." Nach seiner Einschätzung würden ansprechende Restaurants oder Bistros dazu beitragen, dass sich die Passanten länger in einer Stadt aufhalten - und davon würde auch die Einzelhändler profitieren. "Die Südstadt als Gastronomie-Meile ist den Menschen einfach zu weit entfernt", so seine Erfahrung.

Bei einem Gespräch mit Stadtverwaltung und Werbering will er zudem den Vorschlag einer neuen, einheitlich gestalteten Plakatwand vorstellen - sie sei ansprechender als oft wild montierte Plakate.

Für den städtischen Wirtschaftsförderer Thomas Küppers sind "viele dieser Themen bereits bekannt". Man befindet sich mit der Interessen- und Standortgemeinschaft in einem regelmäßigen, guten Dialog. Hundekot sei etwa immer ein Thema, bei dem man handeln könne. So hat die Stadtverwaltung Viersen damit begonnen, Gassibeutel-Spender zu montieren.

Quelle: RP
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