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Brüggen
Gesamtschule Brüggen erhält Titel "Schule ohne Rassismus"

Brüggen. Die Schüler wollen auch künftig Schüler, Lehrer und Außenstehende auf Diskriminierung und Rassismus aufmerksam machen und dagegen angehen.

Die Gesamtschule Brüggen hat den Titel "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" erhalten. Dazu gab es eine Urkunde und eine große Plakette, die auf dem Schulhof aufgehängt wird. "Die Plakette ist nicht fürs Wohnzimmer, sondern für den Kopf", sagte Schulleiter Wolfgang Jöres. "Sie fordert keine Großaktionen, sondern gehört ins Bewusstsein eines jeden Schülers und einer jeden Schülerin. Dabei könnt ihr alle mithelfen."

Die Schüler der Gesamtschule nahmen das Projekt vor knapp einem Jahr in Angriff. Die Idee dazu hatten ihre Lehrer Matthias Angelike und Falk Fritzsche. Eine Projektwoche im Frühjahr war der Aktion vorausgegangen. Die Jungen und Mädchen hatten Unterschriften in der Schule gesammelt, um das Projekt zu unterstützen. Mit 83 Prozent aller an der Schule tätigen Menschen waren sie sehr erfolgreich.

"Für uns ist das Projekt sehr wichtig, um Rassismus und Diskriminierung zu verhindern und uns bedenklichen Entwicklungen in unserer Gesellschaft in den Weg zu stellen", sagte Anna Beust im Namen der Projektgruppe bei der Feierstunde. Die Schüler stellten keine schweren Fälle von Rassismus an ihrer Schule fest, aber: "Wir wollen Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer, Schulangestellte und ebenso Außenstehende auf Diskriminierung und Rassismus aufmerksam machen und so dagegen rechtzeitig angehen", sagte sie.

Bei der Suche nach einem Paten entschieden sich die Schüler für Uwe Schummer, CDU-Bundestagsabgeordneter. "Er hat uns in unserem Anliegen sehr tatkräftig unterstützt", sagte Sven Asmussen. Schummer lud die Gruppe fürs kommende Jahr nach Berlin ein. Der Titel "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" ist für die Schüler eine Verpflichtung. Sie wollen dafür sorgen, dass ihre Schule ohne Rassismus bleibt. Damit also nichts in Vergessenheit gerät, wollen die Schüler mindestens jedes Jahr einen Tag einrichten, "an dem wir erneut gegen Rassismus mobilisieren und damit verwandte Themen aufgreifen, die es ebenfalls verdienen, sich mit ihnen zu beschäftigen: Mobbing, Flucht und Asyl, Antisemitismus, Antiziganismus, Muslimenfeindlichkeit, Salafismus, Genderfragen oder etwa Altersdiskriminierung", zählt Asmussen auf.

Die Feierstunde wurde musikalisch durch den Oberstufenchor gestaltet. Bürgermeister Frank Gellen gratulierte den Schülern zum Mut, zu ihrer "Zivilcourage" und zum Preis: "Füllt ihn mit Leben, mit dem ihr und eure Schule heute ausgezeichnet werdet. Dann ist unsere Gesamtschule ein Ort, an dem jede und jeder die gleichen Chancen hat.

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