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Brüggen
Gesamtschule Brüggen wird zum Wunderland

Brüggen: Gesamtschule Brüggen wird zum Wunderland
Die Schüler proben noch für ihren großen Auftritt morgen um 18 Uhr auf der Bühne der Kulturhalle. FOTO: Busch
Brüggen. Die Theatergruppe der Schule führt morgen ein buntes, irres Stück auf. Die Initiative dazu kam von den Schülern selbst Von Tanja Karrasch

Alice, der verrückte Hutmacher und das Kaninchen sitzen am Tisch, trinken Tee. "Herzlichen Glückwunsch zum Nicht-Geburtstag" wünschen sie sich gegenseitig, dann springen sie auf, laufen um die gedeckte Tafel herum. Dann geht das Spiel von vorne los. In der Gesamtschule Brüggen wird zurzeit noch konzentriert geprobt. Ein Jahr lang hat sich die Theatergruppe und eine Tanzgruppe auf die "Alice im Wunderland"-Aufführung vorbereitet. Morgen ist es endlich soweit. Dann wird Alice mit ihrer Katze Dinah auf der Wiese sitzen und vor lauter Langeweile einem weißen Kaninchen hinterherlaufen, das ständig auf seine Uhr guckt. Dieses führt das blonde Mädchen im hellblauen Kleid schließlich ins Wunderland, wo Alice allerlei verrückten Wesen begegnet.

Viktoria Boldina, die die Herzkönigin spielt, ist aufgeregt: "Und zwar schon seit einem ganzen Monat", verrät sie. Die Herzkönigin ist eine der Hauptrollen, aber nicht besonders nett. Gerade das gefällt der 16-Jährigen: "Ich bin eigentlich ein ruhiger Mensch, in dieser Rolle kann ich mehr aus mir herauskommen, auch mal rumschreien", sagt sie.

Die Theatergruppe haben einige Schüler der zehnten Klasse selbst gegründet, Lina Nefen und Lena Rosowski gehörten dazu. Lina erinnert sich: "Wir haben in der fünften Klasse mal zusammen ein Stück aufgeführt. Das hat uns Spaß gemacht und war eine schöne Abwechslung zum Unterricht. Und dann hatten wir die Idee, eine eigene Theatergruppe zu gründen." Ins Boot holten sie Lehrerin Babette Jürgens, die die freiwillige AG nach dem Unterricht mittlerweile seit 2011 leitet. "In der Theatergruppe können wir selber miteinscheiden, das Stück haben wir mit eigenen Ideen mitgestaltet. Und jeder, der mitspielen will, bekommt eine Rolle", erklärt Lena Rosowski das Konzept.

Neue AG-Teilnehmer starten aber erstmal mit einem kleinen Part, um sich zu beweisen. Babette Jürgens legt dabei großen Wert auf Zuverlässigkeit. "Wir müssen ja auch erstmal gucken, ob ihnen das Theater liegt. Es sollen sich alle auf der Bühne wohlfühlen", so Jürgens.

Bei Sophia Nießen ist das der Fall. Die Zwölfjährige ist zum ersten Mal dabei. Als Teil der Tanzgruppe wird sie die Rose spielen. "Das ist die Beschützerin von allen", sagt die Siebtklässlerin. "Ich wurde herzlich aufgenommen und in der Gruppe muss einem nichts peinlich sein." Auch beim nächsten Projekt möchte sie wieder dabei sein.

Eine Besonderheit der Aufführung: Einige Schauspieler sprechen Englisch, andere Deutsch. "In der Gruppe gibt es einige Englisch-Muttersprachler mit einem tollen Akzent, da wollten wir etwas draus machen", sagt Jürgens, die auch Englischlehrerin ist. In den englischen Szenen gibt es aber immer auch eine deutschsprachige Gegenrolle, damit alle im Publikum der Handlung folgen können. Und die Zuschauer sollen nicht nur zuhören und verstehen, sie dürfen auch mit den Schauspielern interagieren: Da tanzen die Blümchen durch die Zuschauerreihen, hier fliegen Origami-Schmetterlinge von der Bühne.

Auch die Schulband und Fahnenschwenker sind an der Aufführung beteiligt. Und wenn "Alice im Wunderland" ein Erfolg wird, will die Theatergruppe ein jährliches Weihnachtstheaterstück etablieren. Das nächste Projekt steht auch schon fest: Dann ist "Die Schöne und das Biest" geplant.

Quelle: RP
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