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Niederkrüchten
Gesamtschule für Krüchten?

Niederkrüchten: Gesamtschule für Krüchten?
Die langfristige Zukunft der Realschule in Niederkrüchten (hier im Bild) ist nicht gesichert, die Schließung der Hauptschule ist schon beschlossen. Eine Gesamtschul-Dependance könnte eine Lösung sein. FOTO: Busch
Niederkrüchten. Um eine weiterführende Schule zu behalten, muss Niederkrüchten eine Kooperation mit Schwalmtal oder Brüggen eingehen. Wunschlösung ist es, in Niederkrüchten eine Dependance der Gesamtschule Brüggen einzurichten. Von Jochen Smets

Wenn die Gemeinde Brüggen und die Bezirksregierung mitspielen, wird Niederkrüchten ab 2014 Gesamtschul-Standort. Dicker Wermutstropfen: Da die Hauptschule geschlossen wird und bis spätestens 2017 sukzessive ausläuft und auch die langfristige Zukunft der Realschule nicht gesichert ist, kann die Gemeinde ihr Schulangebot nicht aus eigener Kraft weiterentwickeln. Allein ist Niederkrüchten aufgrund des demografischen Wandels und des Elternwahlverhaltens "praktisch handlungsunfähig". So schonungslos hat es Schulexperte Tilman Bieber in einem kürzlich vorgestellten Gutachten zur Schulentwicklungsplanung im Westkreis formuliert.

Die Gemeinde ist auf eine Kooperation mit einer der Nachbargemeinden Brüggen und Schwalmtal angewiesen. Dabei kommen drei Modelle in Frage: Mit Schwalmtal wäre eine Kooperation im Bereich der Realschule oder einer neu zu gründenden Sekundarschule denkbar. In beiden Fällen würden zwei Züge pro Jahrgang als Teilstandort nach Niederkrüchten ausgelagert. Hauptstandort bliebe Schwalmtal.

Favorisiert – das zeigte sich in einer Doppelsitzung von Schulausschuss und Rat – wird in Politik und Verwaltung allerdings eine Gesamtschul-Lösung mit der Gemeinde Brüggen. In diesem Fall würde die Gesamtschule Brüggen von vier auf sechs Züge aufgestockt. Niederkrüchten erhielte dann drei Züge pro Jahrgang in der Sekundarstufe I. Die Dreizügigkeit hätte den Charme, dass auch das Hauptschul-Gebäude weiter genutzt werden könnte.

Bevor es zu einer solchen Lösung kommt, sind jedoch dicke Bretter zu bohren, wie Bürgermeister Herbert Winzen deutlich machte. Zum einen ist unklar, ob die Düsseldorfer Bezirksregierung als Genehmigungsbehörde zustimmt. Denn die Gesamtschule Brüggen hat in Bracht bereits einen Teilstandort. Drei Standorte sind laut Schulgesetz nicht vorgesehen. Winzen hat nach einem Gespräch mit der Bezirksregierung in diesem Punkt jedoch "Aufweichungstendenzen" registriert. Zum anderen muss natürlich auch die Gemeinde Brüggen mitmachen. Aus Sicht von Gutachter Bieber wäre die Gesamtschul-Lösung "für beide Gemeinden sinnvoll". Denn die Übertrittsquote von Schülern aus der Gemeinde Brüggen an die Gesamtschule liegt nur bei durchschnittlich 40 Prozent. In Zukunft könne Brüggen aus eigenem Schülerpotenzial nur etwa 1,5 Züge generieren und sei daher zunehmend auf Einpendler angewiesen, führt das Gutachten aus. Eine Kooperation mit Niederkrüchten würde das Schülerpotenzial erhöhen, so dass die Gesamtschule ihre Kapazität auf sechs Züge ausbauen und so auch ihre Oberstufe stabilisieren könnte. Für eine Kooperation mit einer der Nachbargemeinden (bevorzugt Brüggen) gab es eine große Mehrheit.

Quelle: RP
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