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Brüggen
Geselligkeit stärkt den Zusammenhalt im Dorf

Brüggen. Heimat vor der Haustür schaffen will die Quartiersakademie NRW. In Bracht sind für den 3. September drei Aktionen geplant Von Birgit Sroka

Eine Gemeinde wird erst lebendig durch die Menschen, die dort wohnen. Sie bestimmen durch ihr Engagement mit, wie hoch der Wohn- und Freizeitwert einer Gegend ist. In Vereinen, Freundeskreisen und Initiativen verbringen Menschen gemeinsam ihre Freizeit. Auch eine gute Nachbarschaft gehört dazu. Und die möchte die Quartiersakademie des Landes Nordrhein-Westfalen stärken.

Was sich zunächst sperrig anhört, ist eigentlich ganz einfach. Das Ministerium für Stadtentwicklung hat die Quartiersakademie NRW gestartet. Dabei handelt es sich um eine Lernplattform, auf der Initiativen gebündelt und Veranstaltungen zur Gestaltung von Stadtvierteln angeboten werden. Über die Internetseite www.quartiersakademie.nrw.de sollen Interessierte Ideen finden können, wie sie die Gemeinschaft in einer Gegend durch Aktionen und Projekte stärken können.

Das soll Nachahmer finden. "Nicht nur bei der Willkommenskultur sehen wir, wie viele engagierte Menschen es in NRW gibt", sagt Michael Groschek (SPD), Minister für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr in NRW. "Immer mehr gemeinsame Initiativen von Stadtverwaltungen und Zivilgesellschaft prägen die Entwicklung unserer Stadtviertel. Wir sorgen dafür, dass die innovativen Beispiele hervorgehoben werden und so als Vorbild für andere dienen. So schaffen wir Heimat vor der Haustür." Gibt es Menschen, die etwas veranstalten, organisieren oder ein Projekt oder eine Aktion ins Leben rufen, macht dies die Lebendigkeit eines Ortsteils aus. Andere Gebiete sollen von diesen Ideen ebenfalls profitieren, so wie man sich auch Ideen für den eigenen Ortsteil holen kann.

Ergänzt wird das Angebot durch das Modellprojekt "Bürger vernetzen Nachbarschaften. Quartiersentwicklung nutzt digitalen Wandel". Gesucht werden Initiativen, Vereine und Gemeinschaften, die Nachbarschaften vernetzen wollen, um ein konkretes Problem im Quartier zu lösen. Mit Hilfe von Websites und Apps soll das bürgerschaftliche Engagement koordiniert werden. Das Modellprojekt wird zwei Jahre andauern und im Anschluss wissenschaftlich ausgewertet. Ab sofort bis zum 11. September sind Interessierte aufgerufen, sich im Internet unter www.quartiersakademie.nrw.de oder per E-Mail an quartiersakademie@nrw-urban.de als Bürgerwerkstatt zu bewerben.

Mit einem "Tag der Nachbarschaften" möchte beispielsweise der Brachter Andreas Bist (FDP) Bürger zusammenbringen. Es soll ein kommunikativer Austausch stattfinden, das Gespräch zwischen Nachbarn soll gefördert werden. "Geplant ist, dass der Tag der Nachbarschaften um 13 Uhr beginnt. Die Nachbarschaften, die sich beteiligen, erhalten Getränke gesponsert. Diese Aktion wird dann im Rahmen von 900 Jahre Bracht durch die Sparkasse Krefeld und die Volksbank unterstützt", informiert Bist, der sich diese Idee in der Gemeinde Meschede abgeschaut hat. Anwohner sollen mit Stühlen, vielleicht auch Tischen vors Haus kommen und eine gemütliche Zeit miteinander verbringen. Man kann etwas zu essen mitbringen und dies den Nachbarn anbieten. So kommt man ins Gespräch. "So wie es früher war", hofft Bist.

Ab 17 Uhr geht der Nachbarschaftstag dann in das Brachter "White Dinner" auf der Marktstraße über und ab 21 Uhr sind dann die Nachbarschaften eingeladen auf dem Bischof-Dingelstad-Platz gemeinsam den Film "Die Vorstadtkrokodile" als Original von 1977 anzuschauen. Für die Darsteller der Kinder im Film wurden damals unter 200 Schülern Kinder ausgewählt, die aus der Umgebung des Drehorts Bracht stammten.

Quelle: RP
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