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Viersen
Gift-Köder: Ist in Viersen ein Hundehasser aktiv?

Viersen: Gift-Köder: Ist in Viersen ein Hundehasser aktiv?
So sorglos wie hier können Hundebesitzer in Viersen derzeit nicht mit ihren Tieren spazieren gehen. An einem Feldweg wurden Giftköder gefunden. FOTO: dpa
Viersen. In der Kreisstadt geht die Angst um. Unbekannte legen Gift aus. Ein Hund fraß bereits einen präparierten Köder. Von Natascha Becker

Auf den Feldwegen zwischen Ummer und Hamm hinter der Neuwerker Straße in Viersen hat sich das Bild gewandelt. Dort, wo sonst Hundebesitzer unbeschwert mit ihren Vierbeinern unterwegs sind, sieht man Menschen, die aufmerksam den Boden absuchen und ihre Hunde nahe bei sich führen. Der Grund: Ein Unbekannter oder mehrere Unbekannte haben mit Gift präparierte Fleischköder ausgelegt.

"Wir haben alle Angst um unsere Hunde"

Dass es sich um Gift handelt, scheint klar zu sein, denn ein Hund fraß bereits einen dieser Köder. Aufgrund der Symptome diagnostizierte der aufgesuchte Tierarzt Gift und bestätigte damit den Verdacht, den bereits mehrere Hundebesitzer hatten. "Wir haben alle Angst um unsere Hunde", sagt Martha Bökers, die in der Nähe wohnt und dort täglich mit dem Hund unterwegs ist. So haben sich die Hundebesitzer schon untereinander informiert und auf Facebook eine entsprechende Nachricht gesetzt. "Wir haben sogar schon überlegt, Schilder aufzustellen und damit nicht nur Anwohner mit Hund zu warnen, sondern wirklich alle, die auch mit dem Auto hierhin fahren, um bei uns mit ihren Hunden spazieren zu gehen", sagt Anja Lambert, ebenfalls Hundebesitzerin.

Bei einigen geht die Angst sogar so weit, dass sie ihre Hunde nicht mehr in die eigenen Gärten lassen, aus Sorge, der Täter könnten Giftköder über den Zaun werfen. Bei der Polizei liegt indes eine Anzeige vor. "Es wurde Anzeige gegen Unbekannt erstattet, wir haben zusammengerollte Bauchfleischscheiben sichergestellt, die an verschiedenen Stellen an einem Radweg lagen, der bekanntlich eine beliebte Hundegassi-Strecke ist", berichtet Polizeipressesprecherin Antje Heymanns. Ob jemand das Fleisch dort einfach entsorgt hat oder ob es sich um Giftköder handelt, kann momentan nicht gesagt werden, da noch keine Untersuchungsergebnisse vorliegen. Die Polizei hat sich bereits mit dem Veterinäramt des Kreises Viersen in Verbindung gesetzt.

Der Polizei sind die Hände gebunden

"Das Kreisveterinäramt ist ebenfalls schon in den genannten Bezirk gefahren und hat vor Ort nach weiteren ausgelegten Ködern gesucht", sagt Kreispressesprecher Axel Küppers. Auch wurde das Ordnungsamt der Stadt Viersen über die Situation unterrichtet. Dort liegen bis jetzt allerdings noch keine Hinweise von Bürgern vor.

Ansonsten sind der Polizei aktuell die Hände gebunden. "Wir können erst strafrechtlich tätig werden, wenn eine Straftat vorliegt, sprich, ein Hund Gift gefressen hat und dies auch bei uns zur Anzeige gebracht wurde. Die uns vorliegende Anzeige bezieht sich nur auf das Auffinden der vermutlichen Köder und reicht daher nicht", erklärte Heymanns. Allein das Auslegen von Giftködern sei keine Straftat. Die Strafbarkeit des Versuchs gibt es im Tierschutzgesetz nicht.

Nun hofft die Polizei, dass sich betroffene Hundebesitzer melden, deren Tiere Gift aufgenommen haben. Die gefundenen Fleischstücke sind inzwischen nach Krefeld ins chemische Veterinäruntersuchungsamt gebracht worden, wo sie auf Giftstoffe untersucht werden.

Quelle: RP
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