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Schwalmtal
Glasfaserausbau startet in Lüttelforst

Schwalmtal: Glasfaserausbau startet in Lüttelforst
Dorfbewohner kamen gestern zum Start des ersehnten Glasfaserausbaus in Lüttelforst. Den "Spatenstich" durfte Bürgermeister Michael Pesch mal nicht mit dem Spaten, sondern mit dem Bagger vornehmen. FOTO: Busch
Schwalmtal. Das kleine Waldhufendorf ist der erste Ortsteil Schwalmtals, der an das schnelle Netz angeschlossen wird. Gestern begann der Ausbau. Weitere Gemeindegebiete sollen folgen, darunter Hehler, Fischeln und Leloh. Von Heike Ahlen

Es ist Zufall, dass die Bagger direkt vor der Ehrenplakette stehen, die Lüttelforst für die Teilnahme am Landeswettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" erhielt. Doch tatsächlich macht das kleine Waldhufendorf heute einen gewaltigen Schritt in Richtung Zukunft. Und so sagt der Lüttelforster Ratsherr Werner Palmen (CDU) denn auch: "Willkommen im Dorf der Zukunft."

Auf den Glasfaserausbau haben die Lüttelforster lange gewartet. Denn als die Gemeinde Schwalmtal vor über zwei Jahren erstmals versuchte, in Zusammenarbeit mit dem Unternehmen Deutsche Glasfaser das schnelle Internet in den Ort zu holen, da hatten die Einwohner Lüttelforsts schon die für den Ausbau-Start erforderliche Zahl von Vorverträgen unterzeichnet. Doch der ersehnte Ausbau kam nicht, weil in keinem anderen der beworbenen Gebiete auch nur ansatzweise die benötigte Zahl von Vorverträgen erreicht wurde. "Wir haben Mittel und Wege gefunden, schnelles Internet nach Lüttelforst und bald auch in die umliegenden Orte zu bringen", sagt Stephan Giese vom Heinsberger Büro der Deutschen Glasfaser. Im Kreis Heinsberg sind inzwischen etliche Ortschaften mit Glasfaser versorgt, nun soll es von Süden her in Schwalmtal weitergehen.

In Lüttelforst hatten diejenigen, die vor zwei Jahren einen Vorvertrag unterzeichneten, vor einiger Zeit Post bekommen. Ob sie weiterhin an einer Glasfaser-Leitung interessiert seien? "Fast alle Verträge wurden aufrecht erhalten", sagt Giese. Das wundert Palmen nicht: "Wenn ich hier eine Mail verschicke, die nur einen einzigen Satz enthält, dann dauert das ein bis zwei Minuten." Und dabei müssen nur einige Kilobit hochgeladen werden. Zum Standard-Paket bei den Anbietern im neuen Glasfaser-Netz gehören jeweils 100 Megabit beim Herauf- und Herunterladen. Gegen Zuzahlung erhalten Interessierte auch eine 200-Megabit-Leitung. "Und für die Zukunft hin sind wir nach oben offen", erklärt Giese.

Der Ausbau in Lüttelforst soll - je nach Wetterlage - etwa drei bis vier Monate dauern. Wenn noch einmal länger anhaltender strenger Frost käme, könnte sich der Zeitplan etwas verschieben.

Außer Palmen haben auch einige andere Anwohner die Funktion eines "Multiplikators" übernommen und ihre Nachbarn über das Angebot informiert. "Sollte trotzdem jemand in Lüttelforst noch nichts von Glasfaser gehört haben und jetzt im Zuge der Bauarbeiten noch einen Anschluss beantragen wollen, ist das möglich", sagt Giese: Die Bauarbeiter hätten Antragsunterlagen dabei, man brauche sie nur anzusprechen. Auch wer später noch einen Anschluss in einem Gebiet beantrage, in dem bereits Glasfaser liege, bekomme diesen. Es seien ausreichend Fasern für alle Haushalte vorhanden, auch noch für eventuelle Neubauten. Allerdings werde ein solcher Anschluss wohl nicht mehr kostenlos angeboten. Parallel zu den Bauarbeiten in Lüttelforst laufen die Vorbereitungen in Hehler, Fischeln, Leloh, Teilen von Rüsgen, Schier und der Waldnieler Heide auf Hochtouren. Auch in diesen Orten soll der Baubeginn noch in diesem Frühjahr erfolgen. Bürgermeister Michael Pesch (CDU) freut sich, dass die Zusammenarbeit mit der Deutschen Glasfaser nun im zweiten Anlauf doch noch zustande gekommen ist. "Wir wollen ganz Schwalmtal", macht Giese die Pläne seines Unternehmens deutlich. Wenn eine Einigung mit der Gemeinde erzielt sei, sollen Befragungen in den östlichen Teilen Schwalmtals wie der Renneperstraße oder Dilkrath durchgeführt werden. Für den Glasfaserausbau in Niederkrüchten hat die Gemeinde Ende 2015 einen Gestattungsvertrag für die Ortsteile Varbrook und Silverbeek unterzeichnet. In Brüggen gibt es nach Auskunft der Gemeindeverwaltung noch Gespräche mit mehreren Anbietern, dazu gehört auch die Deutsche Glasfaser.

Quelle: RP
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