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Viersen
GMG-Geschäftsführer Küppers hat gekündigt

Viersen. Zum 31. Mai 2017 verlässt Thomas Küppers die GMG. Sein Beamtenstatus bleibt davon unberührt. Sein Anwalt kündigte an, die Bürgermeisterin wegen Rufschädigung verklagen zu wollen Von Sabine Janssen

Noch nach dem Ältestenrat im März hatte Bürgermeisterin Sabine Anemüller (SPD) davon gesprochen, man wolle "eine einvernehmliche Trennung" mit Thomas Küppers erreichen. Davon ist nun nicht mehr die Rede. Thomas Küppers geht - als GMG-Geschäftsführer. Zum 31. Mai 2017 hat er bei der städtischen Tochter, der Grundstücks-Marketing-Gesellschaft (GMG), gekündigt. Er bleibt Beamter der Stadt Viersen und Wirtschaftsförderer. Das bestätigte die Bürgermeisterin auf Anfrage unserer Redaktion. Die Option, sein Ausscheiden bei der GMG über einen Änderungsvertrag zu regeln, ist damit vom Tisch. Der GMG-Beirat musste bei der jetzigen Regelung nicht aktiv werden. Der verbeamtete Wirtschaftsförderer will sich zudem außerhalb von Viersen um einen anderen Job bemühen, heißt es weiter in gut unterrichteten Kreisen.

Die Querelen, die jetzt zur Kündigung des GMG-Geschäftsführers führten, dauern seit Herbst vergangenen Jahres an. In der letzten Ratssitzung vor seinem Ausscheiden am 14. September 2015 wollte der damalige Bürgermeister Günter Thönnessen die zusätzliche Vergütung von Wirtschaftsförderer Küppers als GMG-Geschäftsführer genehmigen lassen. Der Rat vertagte die Entscheidung, weil es ihm an Informationen fehlte. Somit "erbte" die neu gewählte Bürgermeisterin Anemüller den Fall, der in der Verwaltung inzwischen den Titel "Causa Küppers" trägt. Dahinter steht ein Personalkonstrukt, in dem Küppers seit 2012 mit der Hälfte seiner Arbeitszeit als Hauptgeschäftsführer der GMG fungiert. Die Personalunion wurde vor allem dadurch zum Problem, dass Küppers - als Beamter nach A 15 besoldet - seit 2014 bei der GMG einen monatlichen Festbetrag von 3000 Euro brutto plus einer jährlichen Tantiemenzahlung von fünf Prozent des Jahresüberschusses nach Steuern erhielt. Demnach hat Küppers im Jahr 2014 rund 164.000 Euro Jahresbrutto inklusive einem Beamtensalär von rund 84.000 Euro verdient. 2015 lag das Jahresbrutto bei 200.000 Euro. Der Rat beschloss nun im Februar, dass Küppers die gesamte zusätzliche Vergütung in Höhe von 220.000 Euro als GMG-Geschäftsführer an die Stadt zurückzahlen muss. Darüber hinaus ist ein Disziplinarverfahren eingeleitet worden, weil er seine zusätzliche Vergütung bei der Stadt nicht angezeigt hat.

Nach Informationen unserer Zeitung hat Küppers auf die Tantiemenzahlungen in diesem Jahr verzichtet. Nach "Einvernehmen" mit der Stadt sieht es trotzdem nicht aus, weil Küppers offenbar Anzeige gegen die Bürgermeisterin wegen Rufschädigung erstatten möchte. Anemüller bestätigte dies auf Anfrage unserer Redaktion zum Teil: "Es wurde mir in einem Anwaltsschreiben angekündigt, dass man Strafanzeige stellen wolle. Aber bisher habe ich nichts Offizielles erhalten."

Thomas Küppers antwortete auf die Anfrage unserer Redaktion nicht.

Quelle: RP
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