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Schwalmtal
Grenzenloser Jubel für "Joyful Voices"

Schwalmtal. Der Gospelchor begeisterte sein Publikum in der Kirche St. Georg in Amern. Chorleiter Volker Mertens zeigte sich als Gospel-Enthusiast. Von Heide Oehmen

Es gibt die unterschiedlichsten Ansichten, wie man sich am besten auf Weihnachten vorbereitet und sich darauf einstimmt. Manche lieben es eher besinnlich mit Kerzenschein und ruhiger Musik - andere suchen den überwältigenden Klangrausch. Für jegliche Gemütsverfassung hielt der Gospelchor "Joyful Voices" bei seinem Weihnachtskonzert das Richtige bereit. Vermutlich wussten oder ahnten das die Freunde des Gospelgesangs, denn die Kirche St. Georg in Amern konnte die Menge der Besucher kaum fassen.

Etwa 80 Sängerinnen und Sänger umfasst der 1996 gegründete Chor, wobei die Damen bei weitem in der Überzahl sind. Doch das tut dem beachtlich homogenen Gesang keinen Abbruch, dafür hat Leiter Volker Mertens im Vorfeld gesorgt. Er lässt nicht, wie es leider viele Gospelchorleiter praktizieren, einfach singen, er legt - wie immer bei seiner musikalischen Arbeit - viel Wert auf sorgfältige Ausarbeitung. Selten hat man die bekannten Songs wie "A star is shining tonight", "You are the light" (makellos und intonationsrein, obwohl a capella, also ohne Begleitung!), "The night that Christ was born", eine ausgezeichnet verjazzte Fassung von "Hark! The Harold angel sing" oder das stimmungsvoll, doch ohne falsche Gefühligkeit dargebotene "Oh Holy night" in derart gepflegter Interpretation gehört. Alle Solisten des Abends rekrutierten sich aus den Reihen des Chores, doch da schieden sich die Geister. Während Einige angepasst und recht zurückhaltend agierten - das geschmackvollste Solo war zweifellos "Angel" - gefielen sich andere in recht übersteuerter Lautstärke. Allerdings schien das - nahm man den Applaus zum Maßstab - den meisten Zuhörern besonders zu gefallen.

Bei Volker Mertens sind immer wieder neue Talente zu entdecken. Der Kantor, Orgelsolist und gefragte Sänger zeigte sich an diesem Abend - stilsicher an seinem elektronischen, zum Glück nur sparsam verstärkten Tasteninstrument begleitend, oder voller Emphase dirigierend - auch als versierter Gospel-Enthusiast. Er schien mehr als nur zwei Hände zu haben, feuerte seinen Chor an und animierte auch das Publikum zum Mitsingen und rhythmischen Klatschen. Mit "African Alleluia" zogen er und seine engagierten Vokalisten aus - der Jubel kannte keine Grenzen.

Quelle: RP
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