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Viersen
Große Resonanz auf neue Wohngruppen

Viersen: Große Resonanz auf neue Wohngruppen
Vertreter der Lebenshilfe, Mitarbeiter und Nutzer der Wohngruppen sind zufrieden mit dem bisherigen Erfolg. Das Angebot für Kinder und Jugendliche mit Handicap ist derart gefragt, dass bereits eine Warteliste besteht. FOTO: Busch
Viersen. Die beiden Kinder- und Jugendgruppen der Lebenshilfe Kreis Viersen im Multi-Living-Home sind gefragt. Mit elf Kindern und Jugendlichen ist das Angebot für Behinderte bereits vollständig ausgebucht, eine Warteliste besteht. Von Bianca Treffer

Die Lebenshilfe Kreis Viersen kann zu ihren beiden Wohngruppen im Multi-Living-Home eine positive Bilanz ziehen. "Wir können heute nur Danke sagen. Bei der Planung des Hauses gab es einige Momente, wo es für die VAB einfacher gewesen wäre, aufzugeben. Sie hat aber nie aufgegeben - und alles ist gut geworden", sagt Christina Minten, die stellvertretende Vorsitzende der Lebenshilfe Viersen, zufrieden.

Im Multi-Living-Home sind - neben Familienwohnungen und Ein- bis Zweipersonen-Wohnungen - im kompletten Erdgeschoss die Räume der Lebenshilfe zu finden. Sie ist dort am 1. August mit zwei neuen Wohngruppen eingezogen. Diese bieten Kindern und Heranwachsenden mit Handicap ein Heim - in dieser Form eine Premiere in der Stadt. Offiziell wurde das Angebot jetzt eröffnet. Bürgermeisterin Sabine Anemüller bezeichnete es als ein "Leuchtturmprojekt", bei dem Teilhabe gelebt werden kann. "Das Konzept ist in Viersen einmalig und wir sind stolz, es hier zu haben", sagte sie.

Im Erdgeschoss des Multi-Living-Homes leben fünf Kinder im Alter zwischen sechs und zwölf Jahren in einer Wohngruppe. Außerdem sind dort sechs Jugendliche zwischen zwölf bis 18 Jahren in einer zweiten Gruppe untergebracht. Jeder hat ein Zimmer, das er individuell gestalten. Teilweise gibt es separate Badezimmer, teilweise teilen sich zwei Bewohner ein Bad. Zudem gibt es ein großes, gemeinsames Pflegebad mit Badewanne und Lifter. Jede Wohneinheit verfügt über eine eigene Küche mit Esszimmer und Wohnbereich und einem Bürobereich; in der Kindergruppe gibt es einen zusätzlichen Therapieraum.

"Die Kinder und Jugendliche sind nach und nach eingezogen. Am 1. Dezember waren alle Plätze belegt", sagte Frank Zillessen, Bereichsleiter der Lebenshilfe Kreis Viersen. Inzwischen gibt es eine Warteliste für die stationären Plätze, die bereits Sechsjährige belegen können.

Es handelt sich dabei um eine reine Eingliederungshilfe und nicht die bislang angebotene Mischform von Jugend- und Eingliederungshilfe. Damit ist die Wohneinheit eine Premiere für den Kreis Viersen. Das Angebot richtet sich an Eltern, die mit der Betreuung ihres behinderten Kindes extrem belastet sind. "Ganz wichtig ist uns die Mitarbeit der Eltern. Wir wünschen uns ihre Mitarbeit an den Konzepten und möchten gemeinsam mit ihnen Erziehungsziele absprechen", betonte Zillessen.

Die Eltern freuen sich über das neue Angebot. "Uns ist es wichtig, dass wir uns mit einbringen können. Damit können wir eine gute Bindung zu unserer Tochter halten", berichten Eltern aus Bracht. Deren siebenjährige Tochter lebt in einer Wohngruppe. "Die erste Zeit fiel uns selber sehr schwer, wobei sich unsere Tochter hier von Anfang an wohlfühlte", berichtet das Paar.

Über die positive Annahme von Bewohnern, Eltern und weiteren Hausbewohnern freut sich Barbara Ixfeld, die pädagogische Leiterin der Kinder- und Jugendgruppen. "Für die Zukunft wünschen wir uns eine weitere gute Annahme. Dabei möchten wir die Kontakte zu den anderen Hausbewohnern gerne intensivieren", so Ixfeld.

Ein erster Anknüpfungspunkt ist der Gemeinschaftsraum im Souterrain, der allen Hausbewohnern zur Verfügung steht und den die VAB zur Gestaltung an die Lebenshilfe übergeben hat. Dort soll nun ein gemütlicher Raum entstehen, den alle Bewohner am Lichtenberg 25 nutzen können.

Quelle: RP
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