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Viersen
Großer Andrang bei der ersten Windmesse

Viersen. Boisheimer wollten mehr über den geplanten Bau von vier Windräder wissen. Sie sollen rund 200 Meter hoch sein

Die Boisheimer - zumindest die, die von dem künftigen Bau von vier Windrädern auf der Boisheimer Nette betroffenen sind - machten jetzt regen Gebrauch von der "Windmesse". dazu hatte die Stadt Viersen sechs Fachfirmen zu diesem Thema in das Foyer der Grundschule Boisheim eingeladen. Ihnen konnten die besucher Fragen stellen. Bürgermeisterin Sabine Anemüller (SPD) wies auf die Bedeutung der Stromgewinnung aus Windenergie hin: "Kohle ist endlich, Wind ist immer da."Die NEW Re GmbH wird die neuen Windräder bauen und betreiben. Die Investitionssumme des Unternehmens in Boisheim beträgt voraussichtlich rund 20 Millionen Euro.

Und so war ihr Stand auch bei der Windmesse immer umlagert. Seit der ersten Informationsveranstaltung hat sich doch einiges geändert. Die NEW Re will auf einem rund 60 Hektar großen Gebiet vier neue Windräder bauen und hat mit den Eigentümern der Flächen bereits Pachtverträge abgeschlossen. Die Höhe der Windräder wird 200 Meter betragen.

Mit diesen Plänen hat sich auch der christdemokratische Ortsbürgermeister Rainer Thielmann inzwischen angefreundet: "Ich wusste nicht, dass bei einer Höhe von nur 150 Metern acht Windräder für die gleiche Strommenge erforderlich sind."

Mit Errichtung der vier Windenergieanlagen kann der Strombedarf von rund 11400 Haushalten mit durchschnittlich 3500 kWh gedeckt werden. Der gesamte Windpark könnte rund 21 Prozent des benötigten Haushaltsstroms in ganz Viersen liefern. Allerdings - und das gaben Mitarbeiter zur Kenntnis - geht der an der Boisheimer Nette erzeugte Strom zunächst an die Strombörse und wird dort verkauft.

Die technische Beigeordnete Beatrice Kamper stellte alle Aussteller vor und eröffnete dann für zwei Stunde die Fragerunde für alle, die sich individuell informieren wollten - zum Beispiel über die Auswirkung auf den Pferdehof oder die Belästigung durch Lärm und Infraschall. Die Stadt Viersen hatte seinerzeit privilegierte Flächen im Außenbereich im Flächennutzungsplan ausgewiesen und der Bezirksregierung Düsseldorf vorgelegt. "Wenn wir den Bau der Windräder an diesen beiden Stellen (Amerner Weg und Boisheimer Nette) erlauben, dürfen wir sie an allen anderen Orten im Stadtgebiet verbieten", erläuterte Kamper.

Bei der Frage nach dem Zeitplan meinte Kamper: "Zunächst wird die Änderung des Flächennutzungsplans von kommenden Montag, 20. Juni, bis 22. Juli offengelegt. Danach gibt es Beratungsvorlagen und dann die Genehmigung durch den Kreis. Die kann dann Ende dieses Jahres vorliegen." Wenn alles glatt verläuft, kann die Anlage Ende 2017 in Betrieb genommen werden. Die Viersener Politiker haben dazu nichts mehr zu sagen, was auch Fritz Meies (CDU) als Mitglied des Ausschusses für Stadtentwicklung zur Kenntnis nehmen musste.

(flo)
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