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Viersen
Grüne: "Pflanzt mehr Wildblumen"

Viersen: Grüne: "Pflanzt mehr Wildblumen"
Unser Foto entstand übrigens nicht in der freien Natur, sondern mitten in der Großstadt Düsseldorf, in Unterrath, auf dem Mittelstreifen der Hamborner Straße. FOTO: Hans-Jürgen Bauer
Viersen. Viersens Grüne beantragen, dass städtische Grünflächen in artenreiche Blumenwiesen umgewandelt werden — "wo immer das möglich ist". Insekten, Singvögel und Fledermäuse könnten profitieren Von Martin Röse

Die Grünen wollen die Stadtverwaltung beauftragen, ein Konzept für mehr Wildblumenwiesen in Viersen zu erstellen - und dann städtische Grünflächen in artenreiche Blumenwiesen umzuwandeln. Einen entsprechenden Antrag schickte die Fraktionsvorsitzende Martina Maaßen jetzt an Bürgermeisterin Sabine Anemüller (SPD). Den städtischen Haushalt soll die Maßnahme nicht belasten - im Gegenteil. "Die Stadt Mössingen in Baden-Württemberg hat Untersuchungen zur Wirtschaftlichkeit veröffentlicht und verglichen, wie teuer der Unterhalt von Blumenwiesen und von Rasenflächen ist", berichtet Maaßen. "Die Ergebnisse zeigen, dass durch Wildblumenwiesen tatsächlich Kosten gespart werden können."

Die Grünen sehen Wildblumenwiesen als einen Beitrag zum Artenschutz an. "Die Vielfalt der Tier- und Pflanzenarten geht auf Acker- und Weideflächen inzwischen drastisch zurück", sagt Maaßen. "Wo früher auf den Weiden und entlang der Feldwege noch zahlreiche Wildblumen blühten, widerstehen heute nur noch wenige Pflanzenarten dem Dauerstress von Bewirtschaftung und Herbiziden." Die Folge sei ein massiver Rückgang bei Insekten.

Bei Fledermäusen und Singvögeln seien in den vergangenen Jahren bis zu 60 Prozent Brutverlust festgestellt worden, erklärt Maaßen mit Verweis auf einen Bericht des Naturschutzbundes. Daran sei auch die Stadt Viersen nicht ganz unbeteiligt: "Anlagen mit reiner Zierbepflanzung wie am Bahnhof Viersen oder der Kreisel am Josephsring und die zunehmende Umwandlung von Straßenbegleitgrün in Rasenflächen haben nur noch wenige Weidegründe für Insekten übriggelassen", kritisiert Maaßen. Positiv wertet die Grünen-Politikern, dass das Viersener Grünflächenamt bereits begonnen hat, mehr Blühpflanzen in den Grünflächen zu pflanzen - zum Beispiel am Neubaugebiet Burgacker in der Nähe der Rheindahlener Straße. "Solche Ansätze müssen jedoch durch ein Gesamtkonzept für alle Grünflächen in Viersen massiv unterstützt und vermehrt werden", fordert die Grüne. Die Stadtverwaltung solle "städtische Grünflächen in artenreiche Blumenwiesen umwandeln, wo immer das möglich ist", schreibt Maaßen in ihrem Antrag.

Findet der eine Mehrheit, so soll das Wildblumenwiesenkonzept nicht im stillen Kämmerlein von Verwaltungsmitarbeitern ersonnen werden, sondern mit Einbindung der Bürger, Landwirte, Naturschutzverbände und der örtlichen Jägerschaft. "Es gibt bestimmt potenzielle Paten, die gerne mit anpacken würden." Maaßen verweist auf andere Kommunen im Kreis wie Nettetal, Kempen oder Brüggen, die bereits deutlich mehr Blühstreifen und Wildblumenwiesen angelegt hätten als die Kreisstadt.

Quelle: RP
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