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Viersen
Gut aufgelegter Jan Akkerman spielt im Weberhaus

Viersen. Der niederländische Gitarrist Jan Akkerman war mit seiner Band zum wiederholten Male Gast beim Viersener Jazz Circle. Es herrschte großes Gedränge im Süchtelner Weberhaus. Manche Fans mussten enttäuscht nach Hause gehen, das Konzert war ausverkauft. Trotz zusätzlich herbeigeschaffter Stühle konnte die Nachfrage nicht befriedigt werden. Von Ottmar Nagel

Diejenigen, die das Konzert miterlebten, konnten sich über einen gut aufgelegten Jan Akkerman freuen, der nicht nur sichtlich Spaß am Spiel hatte. Er scherzte mit dem Publikum, animierte immer wieder seine Mitspieler und bot ein Konzert, welches seine zwei wesentlichen musikalischen Schwerpunkte darbot. Schon in den Anfängen seiner Karriere, als Gitarrist von Brainbox, fiel sein besonderes Spiel auf. Die klassischen Rockphrasen standen bei Akkerman nie allein, immer brachte er interessante, andere Aspekte in sein Spiel ein. Eine Qualität, die er in seinem erfolgreichsten Projekt "Focus" so richtig zum Einsatz bringen konnte: Sein unglaubliches Gefühl für Melodien und eine intuitive Phrasierung, die auch komplexere Strukturen fast leicht erscheinen lässt. Diese Qualität zeigte er auf beeindruckende Weise auch im Weberhaus.

Mit "Love Train" begann er das Konzert. Aus einer schwebenden Stimmung mit viel Reverb auf seiner Gitarre entwickelt sich das Thema. Er improvisierte, immer neue Ideen fielen ihm ein. Mal schien er gar in seinem Spiel zu versinken. Die Band begleitete ihn diskret, mit Keyboarder Coen Molenaar spielte er traumwandlerisch - und seit vielen Jahren - zusammen. Immer wieder warfen sie sich keine Melodien zu, reagierten aufeinander. David de Marez Oyens entpuppte sich am bundlosen E-Bass als Mr. Zuverlässig, der neben seiner rhythmischen Sicherheit auch raffinierte harmonische Details beisteuerte. Ein langes Solo im zweiten Teil mit längeren geslappten Passagen genoss auch er geradezu. Marijn van der Berg am Schlagzeug komplettierte die Band stilsicher. Meist blieb er als Begleiter im Hintergrund, doch auch er steuerte durch die Farbigkeit seines Spiels wesentliche Impulse für den Gesamtsound bei.

Die Band blieb im Jazz-Fahrwasser, mal etwas funkig, mal trat der Blues in den Vordergrund. Die Ballade "You Do Something To Me" war vielleicht die schönste Nummer des Abends, soviel Gefühl steckte vor allem der Bandleader in sein Gitarrenspiel - wunderbar. Rockiger wurde es nach der Pause, die Qualität des Zusammenspiels litt darunter nicht. Bis zum Schluss hielt Akkerman das Niveau und erfüllte natürlich auch die Zugabenwünsche.

Quelle: RP
 
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