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Viersen
GWG investiert im Kreis 46 Millionen Euro

Viersen: GWG investiert im Kreis 46 Millionen Euro
In die Siedlung Höhenstraße mit 110 Wohnungen fließen 1,2 Millionen Euro für Sanierung. RP-Foto: röse FOTO: energetische
Viersen. Innerhalb von drei Jahren plant die Gemeinnützige Wohnungsgesell-schaft zahlreiche Neubauten und Sanierungen im Bestand, etwa in Viersen-Süchteln. Von Daniela Buschkamp

Nach Nettetal hat die Gemeinnützige Wohnungsgesellschaft (GWG) die meisten Wohnungen (804) in der Kreisstadt. Und dort wird sie weiterhin investieren - etwa in neuen Wohnraum für Flüchtlinge oder in die Sanierung von bestehenden Objekten.

Bei der Bilanzpressekonferenz zeigten sich die Vorstandsmitglieder Diether Thelen und Peter Ottmann sowie Aufsichtsratvorsitzender Günter Werner zwar mit einem Jahresüberschuss von 1,9 Millionen Euro zufrieden. Doch für das folgende Jahr rechnet Ottmann mit einem "deutlichen Rückgang des Jahresüberschusses". Grund dafür seien hohe Kosten für energetische Sanierung - 1,4 Millionen werden in diesem Jahr dafür ausgegeben.

Warum die GWG weiter investieren will: "Der Bedarf an bezahlbaren Wohnungen steigt", sagt Diether Thelen. Aktuelle Prognosen, die etwa den Mikrozensuns von 2011 berücksichtigen, hätte eine überraschende Umkehr gezeigt: Demnach werden bis 2030 zwischen vier und zehn Prozent mehr Wohnungen im Kreis Viersen gebraucht. Es gebe weniger Familien mit drei bis vier Personen, stattdessen mehr Single-Haushalte.

Ein weiterer Faktor sei die Zuwanderung von Flüchtlingen. Dadurch werde bis 2020 die Nachfrage nach Wohnungen um sechs bis elf Prozent wachsen. Eine Wohnungsnot gebe es im Kreis Viersen zwar noch nicht, aber: "Die Lage am Wohnungsmarkt wird angespannter sein", kündigte Aufsichtsratvorsitzender Günter Werner an. Die GWG werde innerhalb von drei Jahren bis zu 46 Millionen Euro investieren - in "Wohnen mit Service" für Senioren, in Reihenhäuser für Familien und in Wohnungen für Flüchtlinge oder in die Bestandssanierung.

Beispiel Süchteln In den 110 Wohnungen an der Höhenstraße herrschte hohe Fluktuation und ein Leerstand von zehn Prozent. "Der Grund waren hohe Kosten durch eine Elektrofußbodenheizung", so Diether Thelen. Dieses System werden jetzt durch ein Blockheizkraft und Heizkörper ersetzt. Kosten: 1,2 Millionen Euro - für die Mieter bedeute dies zwar Umbauten, aber um 100 Euro niedrigere Heizkosten. Begonnen wird mit der dreimonatige Sanierung im Sommer.

Wohnungen für Flüchtlinge Bauanträge wurden bereits eingereicht für Häuser in Brüggen, Schwalmtal und Willich-Schiefbahn. Vier Projekte befinden sich in der Planungsphase, für weitere vier laufen Vor-überlegungen. Dazu zählt auch ein Vorhaben in Viersen, das Diether Thelen noch nicht konkretisieren wollte. Das immobilienwirtschaftliche Konzept der GWG umfassst Häuser mit zehn bis zwölf Wohnungen sind zwischen 50 und 80 Quadratmeter groß. Sie können mit Balkonen und Stellplätzen nachgerüstet werden. "Wir legen Wert darauf, dass Modernisierungen im Bestand nicht unter diesen neuen Bauvorhaben leiden müssen", so Diether Thelen. Flüchtlinge sollten nicht gegen die übrige Bevölkerung ausgespielt werden. "Zudem muss die Lage und der umfang der Neubau-Standorte auf die Akzeptanz innerhalb der gesamtbevölkerung stoßen", so der Vorstand.

Quelle: RP
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