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Niederkrüchten
Haus für Betreutes Wohnen fertig

Niederkrüchten: Haus für Betreutes Wohnen fertig
Zehn seniorengerechte, barrierefreie Wohnungen sind an der Uhlandstraße entstanden. Vier sind für Paare vorgesehen, sechs für Alleinstehende. In den kommenden Jahren wird Niederkrüchten noch mehr Wohnungen brauchen. FOTO: Busch
Niederkrüchten. In den nächsten Tagen können die Mieter im Neubau an der Elmpter Uhlandstraße einziehen. Gestern feierten Bewohner, Baubeteiligte und Gäste die Einweihung. Der Bedarf an Wohnungen ist groß Von Jochen Smets

Am Montag ist Schlüsselübergabe: Für 14 Menschen beginnt ein neuer Lebensabschnitt. Sie sind die ersten Mieter im Betreuten Wohnen, das gleich gegenüber dem Elmpter Altenheim St. Laurentius auf der Uhlandstraße entstanden ist. Karin Ehren ist eine davon. "Ein Traum", sagt die 77-Jährige voller Vorfreude und lässt den Blick vom schwellenlos erreichbaren Balkon über den Garten schweifen, in dem gerade der erste Rasen sprießt. Karin Ehren ist ein typisches Beispiel für die Klientel, die das Betreute Wohnen anspricht: im fortgeschrittenen Alter, aber noch zu rüstig fürs Altenheim.

Zehn seniorengerechte, barrierefreie Wohnungen sind an der Uhlandstraße entstanden. Vier sind für Paare vorgesehen und jeweils 64 Quadratmeter groß. Die übrigen sechs Wohnungen sind für Alleinstehende gedacht und mit 51 Quadratmeter Wohnfläche etwas kleiner. Ein Aufzug bringt die Mieter der Wohnungen im Ober- und Dachgeschoss barrierefrei in ihre vier Wände. Dort schaffen helle, lichtdurchflutete Räume ein freundliches Ambiente.

Das Betreute Wohnen ist natürlich keine Elmpter Erfindung. "Etwas Besonderes ist der nach außen in weiß und gelb erstrahlende Neubau aber dennoch", sagte Herbert Keufner, Vorstand der Stiftung St. Laurentius, bei der Einweihungsfeier. "Es ist ein Gemeinschaftsprojekt zwischen der evangelischen Kirchengemeinde Brüggen-Elmpt und der katholischen Stiftung St. Laurentius - und damit ein Stück gelebte Ökumene." Dementsprechend segneten die Pastöre Bernd Mackscheidt und Wolfram Weihrauch das Bauwerk gemeinsam ein. Mackscheidt wünschte den künftigen Bewohnern, die sich ebenfalls zur Einweihung versammelt hatten, dass in ihr neues Haus auch Jesus einziehen möge - "für die Momente, wenn Ihr alleine seid".

Im Jahr 2011 wurde die Idee für das Projekt geboren und zwischen den beiden Kirchengemeinden auf Machbarkeit abgeklopft. Daraus entstand 2014 zunächst die "Gemeinnützige Gesellschaft für Betreutes Wohnen Elmpt mbH" als ausführendes Organ. Ende 2015 begannen die Bauarbeiten, die nun im geplanten Zeitfenster und im geplanten Kostenrahmen von 1,4 Millionen Euro abgeschlossen sind.

"562 Quadratmeter Gesamtwohnfläche verteilen sich auf die zehn Wohnungen", sagte Architekt Rüdiger Schmitz von der Schmitz Ingenieurgesellschaft in Dülken. Hinzu kommen insgesamt 162 Quadratmeter Abstellfläche in zwei Nebentrakten. Eine Holzpelletheizung sorgt in der kalten Jahreszeit für umweltfreundliche Wärme. Die Miete ist dank öffentlicher Förderung sehr günstig: 5,25 Euro Kaltmiete pro Quadratmeter zahlen die Bewohner. Hinzu kommen die Nebenkosten sowie eine Betreuungspauschale von 35 Euro. Darin sind zahlreiche Beratungs- und Serviceleistungen sowie Freizeitangebote des benachbarten Altenheims enthalten - vom Gedächtnis- oder Kraft-Balance-Training über verschiedene Feiern und Veranstaltungen bis hin zum Haus-Notruf. Bei Bedarf können zusätzliche Dienstleistungen wie Wäscheservice, Hausmeisterleistungen oder Getränkelieferung hinzugebucht werden.

Das neue Angebot des Betreuten Wohnens hatte sich im Ort schon herumgesprochen, ehe der erste Bagger angerückt war. Mehr als 30 offizielle Bewerbungen hatte Keufner schließlich auf dem Schreibtisch. "Der Bedarf an solchen Wohnformen ist groß", darauf wies Bürgermeister Kalle Wassong (parteilos) in seinem Grußwort hin. In den kommenden Jahren brauche die Gemeinde weitere 50 bis 80 solcher Wohneinheiten, so Wassong.

Quelle: RP
 
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