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Brüggen
Heimat auf zwei Rädern entdecken

Brüggen: Heimat auf zwei Rädern entdecken
Von Bracht führt die Route über den Weißen Stein nach Swalmen und ins Naturerlebnisgebiet Elmpter Schwalmbruch. Dort befindet sich die größte Wacholderheide am linken Niederrhein. FOTO: Frank Nasarzewski
Brüggen. Die Radtour des Kreises Viersen für den Monat August führt durch den Naturpark Schwalm-Nette. Auf zwei Rädern lässt sich so die Schönheit und Idylle des Niederrheins erkunden und genießen. Von Birgitta Ronge

Geschichte erleben und die Schönheit des Naturparks Schwalm-Nette entdecken - das geht bei einer Radtour, die der Kreis Viersen für den Monat August empfiehlt. Regelmäßig stellen der Kreis Viersen und der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) ausgewählte Routen vor, auch geführte Touren werden angeboten.

Die Route startet auf dem Weizer Platz in Bracht. Wer mit dem Auto anreist und Räder dabei hat, kann den Wagen hier abstellen und zunächst in Richtung Norden zur Marktstraße fahren. Links geht es hinein in den historischen Ortskern. Gelb gestrichen ist die evangelische Kirche aus dem Jahr 1699 besonders sehenswert. Sie gehört zu den ältesten protestantischen Gebäuden zwischen Rhein und Maas. Der kleine Glockenturm wurde 1874 über dem Giebel aufgesetzt.

Die Radfahrer folgen dem Radwegenetz zum Knotenpunkt (KP) 88. Sie fahren durch Heidhausen zum KP 32 durch den Brachter Wald und durch das Naturschutzgebiet Heidemoore. Dort befindet sich einer der größten Moorfrosch-Bestände in Nordrhein-Westfalen. Im Naturschutzgebiet sind Moore von Heideflächen umsäumt. Ganz besondere Tier- und Pflanzenarten leben hier, der Moorfrosch gehört dazu. Im Frühjahr ist ein Ausflug in die Heidemoore besonders spannend - dann sind die Froschmännchen hellblau gefärbt. Weiter fahren die Ausflügler durch das Naturschutzgebiet Schlucht zum KP 53 am Weißen Stein an der Grenze zu den Niederlanden. Dort soll es im Mittelalter eine Gerichtsstätte gegeben haben, vermuten Historiker. An der Dingbank urteilten Schultheiß und Schöffen etwa über Grundstücksverkäufe und Erbregelungen.

Die Radler fahren weiter entlang der deutsch-niederländischen Grenze auf teils unbefestigten Wegen über den niederländischen Knotenpunkt 23 (23 NL) zum Punkt 97 NL. Hinter KP 62 NL in Swalmen überqueren sie die Grenze und erreichen KP 22. Die Route führt durch das Naturerlebnisgebiet Elmpter Schwalmbruch. Dort befindet sich die größte Wacholderheide am linken Niederrhein. Zur Zeit der Heideblüte ist ein Ausflug zum Elmpter Schwalmbruch besonders reizvoll: Besen- und Glockenheide blühen im Spätsommer.

Am Venekotensee entlang führt die Route weiter zum KP 39 in Overhetfeld. Dort steht die Kapelle St. Maria an der Heiden. Die Herren von Dilborn errichteten an dieser Stelle Ende des 17. Jahrhunderts eine kleine Kapelle. Der Legende nach soll ein Hirte um 1675 an einer Quelle eine aus Holz geschnitzte Madonnenfigur gefunden haben. Es heißt, dass die Figur mehrfach zur Elmpter Pfarrkirche gebracht wurde, aber immer wieder zur Quelle zurückkehrte. "Maria will in Overhetfeld wohnen", sagte man - und baute eine kleine Kapelle. Weil im Laufe der Jahre immer mehr Pilger kamen, wurde die Kapelle erweitert, ihr heutiges Aussehen stammt aus dem Jahr 1734. Besonders sehenswert ist der flandrische Schnitzaltar, der aus dem 16. Jahrhundert stammt und ursprünglich für das Kloster Graefenthal bei Goch angefertigt wurde. Führungen können über das Elmpter Pfarrbüro, Telefon 02163 81289, vereinbart werden. Die Radler fahren weiter durch das Naturschutzgebiet Dilborner Benden zum KP 27 im historischen Ortskern Brüggens. Sie passieren die alte Brüggener Mühle, eine Öl- und Kornmühle von 1289, die noch bis 1955 betrieben wurde und in der sich heute ein Restaurant befindet. Dann erreichen die Ausflügler die Burg Brüggen, die wie die Burg im Jahr 1289 erstmals urkundlich erwähnt wurde. In der Burg befinden sich heute die Touris-Information der Gemeinde, eine Informationsstelle des Naturparks Schwalm-Nette und das Museum Mensch und Jagd. Geöffnet ist zwischen März und Oktober dienstags bis sonntags von 10 bis 16 Uhr. Der Museumseintritt kostet für Erwachsene drei, für Kinder zwei Euro.

Zurück geht es in Richtung Norden zum KP 59 in Genholt. Über ruhige Wege erreichen die Radler KP 51 in Bracht. Sie biegen links ab und erreichen nach rund 31 Kilometern wieder den Weizer Platz.

Quelle: RP
 
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