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Viersen
Heimat bei der heiligen Irmgardis finden

Viersen: Heimat bei der heiligen Irmgardis finden
Rene Scheider geht regelmäßig zur Auch für seinen dreijähtrigen Sohn Jannes ist es eine besondere Erfahrung. FOTO: paka
Viersen. Zum Abschluss der Irmgardisoktav besuchten nochmal zahlreiche Gläubige die Kapelle. Sie erfreuten sich wie René Schneider und seine Familie an der Messe unter freiem Himmel oder pflegen Erinnerungen wie Gisela Keller Von Vin Jiota Kallianteris

Die Irmgardisoktav ist nicht nur für Katholiken ein beliebter Termin im Kirchenjahr. Gestern ging das achttätige Fest zur Ehren der Schutzpatronin von Süchteln zu Ende. Was Besucher wie René Schneider verbindet: Sie genießen die friedliche Atmosphäre der Andacht inmitten des Waldes. "Seit drei Jahren komme ich regelmäßig mit meiner Familie zu den Messen auf dem Heiligenberg", erzählt Schneider. "Wir genießen die Natur, den Wald. Es sei etwas besonderes, die Heilige Messe unter freiem Himmel zu feiern "Für unseren Sohn Lukas, der im Frühjahr zur Kommunion gegangen ist, war es eine tolle Sache, im Kommunionsanzug die Eröffnungsprozession mit den Reliquien der Heiligen zur Irmgardiskapelle zu begleiten", so der junge Vater. Das stärke den Sinn für die Gemeinschaft. Lukas wolle jetzt auch Messdiener werden: "Es gibt noch viel mehr, als nur Playstation-Spiele und Fernsehen."

Auch Volker Müller besucht jedes Jahr mit seiner Frau die Irmgardisoktav: "Das ist eine lieb gewonnene Tradition bei uns. Die Atmosphäre auf dem Heiligenberg hat eine bleibende Wirkung. Man wird ehrfürchtig, wenn man die Kraft des Waldes mit dem Gebet verbinden kann." Beeindruckt habe beide die Messe am vergangenen Sonntag, an der der 86-jährige Bischof Karl Reger gemeinsam war. Und für seine Frau als gebürtige Süchtelnerin "gehört die Irmgardisoktav einfach dazu".

Die Brüder Thomas und Dominik Ophei helfen seit drei Jahren tatkräftig bei der Ausrichtung der Oktav. "Die Gemeinschaft ist uns wichtig. Wenn Hilfe benötigt wird, sind wir gerne da", schildern beide. Der Wald biete einen schönen Rahmen für die Messen. Auch das aktuelle Motto "Seht euch die Vögel des Himmels an" habe ihnen gefallen, weil es Naturverbundenheit symbolisiere. Worauf sich beide besonders freuen: "Die Abschlussprozession mit den Schützenvereinen."

Für Gisela Keller ist die Irmgardis-Oktav mit der Erinnerung an ihre geliebte Mutter verbunden: "Meine vor zwei Jahren verstorbene Mutter hat die Messen auf dem Heiligenberg geliebt. Vor ihrem Tod haben wir noch gemeinsam daran teilgenommen." Dies sei für sie eine schöne Erinnerung, die ihr bei der Trauerarbeit geholfen habe. Was Gisela Keller zudem berührt: "Diese Atmosphäre im Wald, wenn während der Messe ein Eichhörnchen vorüberhuscht." Dieser Ort mit der Kapelle lasse auch gelegentliche Kirchgänger andächtig werden.

"Die Eröffnungsprozession" ist es, was Messdienerin Sarah Rußlies besonders schätzt. Seit fünf Jahren ist sie bei der Oktav dabei. "Ich mag auch die Abschlussmesse mit allen Schützenvereinen. Und besonders gefällt mir, dass ich Teil einer schönen Gemeinschaft bin."

Für Hans-Jakob Thoenes und auch für Martina Schroers ist die Irmgardisoktav "ein Stück Kindheit", das nichts von seiner Anziehungskraft eingebüßt hat. "Für mich bedeutet die Oktav ein Stück Heimat. Dorthin haben mich meine Eltern mitgenommen, und es ist ein schönes Gefühl, diese Tradition an meine eigenen Kinder weitergeben zu können." Was sie beeindruckt hat: die Messe der Frauengemeinschaften, 700 Frauen waren dabei. Unter freiem Himmeln ins Gespräch kommen, offen für neue Begegnungen sein: Das sei eine herrliche Atmosphäre gewesen und "sehr passend zur Heiligen Irmgardis, die schließlich eine starke Frau gewesen ist".

Pastor Michael Schlößer freut sich über den Zuspruch. "Das Motto habe ich ausgesucht, weil die Vögel sinnbildlich für das Urvertrauen in Gott gesehen werden können. Sie müssen sich nicht abmühen, leiden oder sich sorgen. Ein Zitat, dass Luther zugeordnet wird, möchte ich weitergeben: ,Du kannst nicht verhindern, dass die Sorgen wie dunkle Vögel um deinen Kopf fliegen, aber du sollst ihnen nicht erlauben, dass sie dort Nester bauen.'"

Quelle: RP
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