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Viersen
Hindenburgstraße — der Name bleibt

Viersen. In der Überlegung ist nun, eine größere Informationstafel zu installieren

Die Hindenburgstraße in Süchteln bleibt auch weiterhin dem ehemaligen Reichskanzler Paul von Hindenburg gewidmet. Allerdings fand ein Antrag der Grünen Zustimmung, die Errichtung einer Informationstafel zu prüfen, die auf Hindenburgs problematische Rolle zu Beginn der NS-Zeit hinweist.

In seiner jüngsten Sitzung ignorierte der Ausschuss für Stadtentwicklung eine Bürgeranregung, die rund 2300 Meter lange Straße umzubenennen - und stimmte nicht über eine Umbenennung ab. "Mit uns ist eine Umbenennung nicht zu haben", erklärte der CDU-Ratsherr und Ortsbürgermeister von Süchteln, Erhard Braun. "In Süchteln wird keine Notwendigkeit für eine Umbenennung gesehen."

Braun verwies darauf, dass mehrere Gelegenheiten zur Umbenennung ungenutzt verstrichen seien. "Die Engländer hatten 1945 ihr Hauptquartier an der Hindenburgstraße und sahen keine Notwendigkeit zu einer Umbenennung; auch bei der Gemeindereform 1970 ist niemand auf die Idee gekommen, die Straße umzubenennen." Christoph Saßen (Die Linke) erklärte, er halte es für "einen fatalen Fehler, den Namen nicht zu ändern". Er erinnerte daran, dass Hindenburg nach neuester Geschichtsforschung Adolf Hitler ohne Not zum Reichskanzler ernannt habe. "Für uns ist wichtig, dass die Bürger eine Umbenennung wollen. Die Süchtelner wollen das aber nicht", entgegnete Hans-Willi Pertenbreiter (Für Vie).

Ein SPD-Antrag, die Straße umzuwidmen und nach dem Mathematiker Carl Friedrich Hindenburg zu benennen (Braun: "Das riecht nach Eiertanz"), erhielt nur die Stimmen der Sozialdemokraten.

Einstimmig beauftragten die Politiker die Verwaltung, die Errichtung einer größeren Informationstafel zu Paul von Hindenburg zu prüfen. Den Antrag hatte der grüne Ratsherr Stephan Schulze gestellt.

(mrö)
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