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Niederkrüchten
Hochfliegende Pläne

Niederkrüchten. Die Re-Energie Niederrhein GmbH aus Nettetal möchte den früheren Flughafen in Elmpt in ein Zentrum für erneuerbare Energie verwandeln. Das Investitionsvolumen läge für Wind, Sonne und Biomasse bei 100 Mio. Euro. Von Ludger Peters

Der frühere RAF-Flughafen in Elmpt soll sich mit dem bevorstehenden Abzug der Briten in einen regenerativen Energiepark verwandeln. Mithilfe von Sonnen-, Wind- und Biomasse-Energie kann sich die Gemeinde Niederkrüchten vollständig aus regenerativen Quellen versorgen und überschüssige Energie in unmittelbarer Nachbarschaft verkaufen. Dieses Ziel verfolgt der alternative Energiedienstleister Re-Energie Niederrhein (ren GmbH ) aus Nettetal. Voraussetzung für den Plan ist eine Investition in Höhe von 75 bis 100 Millionen Euro.

Gestern warben Geschäftsführung und Aufsichtsrat der ren GmbH gegenüber Vertretern der Gemeinde Niederkrüchten, des Kreises Viersen, des Landes, des Bundes sowie jeweils örtlichen Energieversorgern, Banken und Immobilienexperten für das Projekt. Niederkrüchten wäre in NRW die erste Gemeinde, die sich aus regenerativer Energie versorgt. In anderen Bundesländern gibt es mehrere solcher Dörfer.

Alle Energieträger nutzen

Geplant sind drei Photovoltaik-Felder auf dem Gelände der früheren Start- und Landebahn mit einer Leistung von etwa 30 Megawatt (MW) Gesamtleistung. Vorgelagert werden Windkraftanlagen mit 12 MW Gesamleistung. Hinzu kämen eine Biogasanlage mit bis zu 1 MW Strom- und Wärmeleistung und eine Holzhackschnitzelanlage mit einer Heizleistung ebenfalls bis 1 MW. Die Wärme soll über ein 9 Kilometer langes Netz den Haushalten in Elmpt zugeleitet werden.

Nach Berechnungen der ren GmbH benötigt sie etwa 200 Hektar des 850 Hektar großen Geländes für die Energiegewinnung. Der Rest des früheren Flughafens soll in einen Naturerlebnis- und Freizeitpark verwandelt werden. Auch dafür gäbe es bereits eine partielle Infrastruktur mit dem Golfplatz, Freibad, Turnhalle und möglicherweise den Wohnungen. "Deren Zustand kennen wir nicht. Mit dem Immobilienmakler Schmitz aus Viersen haben wir da einen profunden Kenner an unserer Seite", erklärte Geschäftsführer Fred Heyer gestern.

Neben regenerativer Energie verfolgt die ren GmbH das Ziel, ein Tagungshotel am Golfplatz mit Wellnessangeboten zu errichten und einen Info-Point für die technische Anlage zu unterhalten. Noch einen Schritt weiter geht das Vorhaben, ein Technologiezentrum "Zukunftsenergie" zu installieren.

Die Chancen, in Niederkrüchten damit ein landesweit bisher einmaliges Projekt anzuschieben, das international auf große Beachtung stieße, stehen gut. So will der Venloer Glasspezialist Scheuten die Photovoltaikanlage aufstellen und möglichst bereits zur Floriade 2012 einer weltweiten Öffentlichkeit präsentieren. Dazu müssten die Briten schon vor ihrem Abzug mitspielen, denn erwartet wird, dass sie zwischen 2012 und 2014 das Gelände verlassen.

Die Präsentation der Idee stieß nach Angaben der ren GmbH gestern auf großes Interesse. Einbinden wollen die Nettetaler nämlich auch die regionalen Energieversorger. Sie arbeiten bereits mit den Niederrheinwerken in Viersen und den Gemeindewerken Grefrath zusammen. In erster Linie gefordert sind jetzt die Gemeinde Niederkrüchten und der Kreis Viersen, der sich dringend mit einer Altlastenabschätzung befassen müsste. Ohne verlässliche Daten wird hier niemand investieren.

Quelle: RP
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