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Viersen
Horwitz begeistert als Chansonnier

Viersen. Der Schauspieler präsentierte in der Festhalle mit Liedern von Jacques Brel Von Gert Holtmeyer

Es sei bereits sein vierter Auftritt in Viersen, verriet Dominique Horwitz seinem Publikum in der ausverkauften Viersener Festhalle. Glänzte er 2013 als Charakter-Darsteller in der Rolle des exzentrischen lettisch-amerikanischen Malers Mark Rothko, so präsentierte er sich jetzt als famoser Chanson-Sänger und Entertainer. Erneut stand ein Exzentriker im Mittelpunkt des Abends: der belgisch-französische Chansonier Jacques Brel (1929 bis 1978). Der warf 1953 seine bürgerliche Existenz hin, gab seinen Beruf in der väterlichen Fabrik auf, verließ seine Familie und suchte sein Glück als Liedermacher in Paris.

Horwitz, der 1957 in Paris geboren wurde und sein Abitur in Westberlin machte, ist in der französischen Sprache genau so zu Hause wie in der deutschen. Es bereitet ihm nicht die geringste Mühe, zwei Stunden französische Texte zu singen. In seiner pointierten Moderation verzichtete er auf eine Personzeichnung von Brel, um sich ganz auf die Lieder zu konzentrieren.

Auf Deutsch gab er eine kurze Einstimmung in die Lieder, so dass immer klar war, wovon sie handelten. Natürlich war es richtig, die Chansons nicht auf Deutsch zu singen, sie hätten zu viel von ihrer Originalität verloren. Wohl wurden die Lied-Einleitungen mitunter auf Deutsch gesungen, und das passte wieder sehr gut. Überhaupt waren die 19 Lieder in ein vorzügliches Arrangement verpackt. Dafür zeichnete Christoph Israel verantwortlich, den man auch als Klavierbegleiter von Max Raabe kennt.

Themen und Stimmungen der Lieder waren breit gestreut, poetische wechselten sich ab mit kritischen, melancholische mit ironischen, zornige mit skurrilen. Von zarten Gefühlen handelte "L'amour est mort", von schrecklichen Kriegstagen "Mai 40".

Horwitz bewies nicht nur sängerische Qualität. Sowohl beim Lied-Vortrag als auch in seiner Conférence agierte er mit nie ermattender Spielfreude. Tadellose musikalische Unterstützung erhielt er von einem Live-Quintett mit Jakob Vinje (Klavier), Jakob Neubauer (Akkordeon und Bandoneon), Andreas Dopp (Gitarre und Banjo), Johannes Huth (Kontrabass) und Dirk Achim Dhonau (Schlagzeug).

Quelle: RP
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