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Viersen
Hospital weitere fünf Jahre als Unterkunft?

Viersen. Die Bezirksregierung Düsseldorf möchte das ehemalige Katharinen-Hospital an der Bahnstraße in Willich möglichst für mindestens weitere fünf Jahre als Flüchtlingsunterkunft nutzen. Das teilte gestern Sprecherin Stefanie Klockhaus auf Nachfrage unserer Redaktion mit. Entsprechende Verhandlungen über einen Mietvertrag mit dem Eigentümer der Immobilie, den St.-Augustinus-Kliniken in Neuss, seien aber noch nicht abgeschlossen, so Stefanie Klockhaus weiter. Von Marc Schütz

Aus Sicht der Bezirksregierung Düsseldorf eignet sich das ehemalige Krankenhaus mit seiner Infrastruktur sehr gut für die Unterbringung von Flüchtlingen - vor allem im Vergleich zu Turnhallen, Zeltstädten oder Containern. "Daher wollen wir eine mittel- bis langfristige Sache daraus machen", sagt Klockhaus. Allerdings müssten mit dem Eigentümer des Gebäudes erst noch Konditionen ausgehandelt werden, denen das Innenministerium dann noch zustimmen müsste. Zudem müsse geklärt werden, ob es möglicherweise noch andere andere Interessenten für das Gebäude gibt. "Diese Formalitäten bleiben noch abzuwarten", so die Sprecherin.

Die St.-Augustinus-Kliniken teilen auf Nachfrage mit, keine Kenntnisse über die weiteren Planungen der Bezirksregierung zu haben. "Auch über die weitere Nutzung für fünf Jahre haben wir keine Informationen erhalten." Die St.-Augustinus-Kliniken seien aber grundsätzlich offen für Gespräche über eine Fortführung der aktuellen Nutzung des Gebäudes. "Jedoch kann dies nur in Abstimmung mit der Stadt Willich erfolgen, da sie über das Planungsrecht verfügt."

Künftig wird die Einrichtung nicht mehr als "Notunterkunft" geführt, sondern als "Zentrale Unterbringungseinheit" (ZUE), wie die Bezirksregierung gestern mitteilte. Das ändere aber im Prinzip nichts an den Abläufen in der Einrichtung. "Was dort bisher passiert ist, passiert genau so dort weiter", sagt Klockhaus. Flüchtlinge kämen zunächst in Erstaufnahmeeinrichtungen, wo sie erfasst und medizinisch untersucht werden. Danach werden sie in ZUEs untergebracht, bis das Asylverfahren so weit fortgeschritten ist, dass sie den Kommunen zugewiesen werden können. "Idealerweise leben die Menschen nur wenige Wochen bis maximal drei Monate in ZUEs wie Willich", sagt Klockhaus.

Die Einrichtung in Willich ist für eine Regelbelegung mit 400 Menschen vorgesehen, bei Bedarf können zusätzlich 50 weitere Flüchtlinge dort untergebracht werden.

Quelle: RP
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