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Schwalmtal
Hotel bietet Kost und Logis für Wildbienen

Schwalmtal. Auf der Obstwiese in Stöcken haben Schüler der Waldnieler Realschule ein Insektenhotel aufgestellt. Die Tiere sollen beim Bestäuben der Obstbaumblüten helfen. Auch im eigenen Garten sind solche Kästen hilfreich Von Heike Ahlen

Gut 200 Obstbäume stehen auf den Wiesen in Stöcken und Birgen, im Rüsgenfeld, im Kaiserpark und am Burghof in Waldniel. Mehr als 40 verschiedene Obstsorten gibt es, darunter Äpfel, Kirschen und Pflaumen. Um die Obstwiesen kümmert sich die Interessengemeinschaft der Obstwiesenfreunde, die für ihr Engagement im Dezember den RWE-Klimaschutzpreis in Schwalmtal erhielten.

Doch manchmal brauchen auch die Helfer Hilfe - beim Bestäuben der Blüten nämlich. Damit das geschieht, stehen seit einigen Jahren schon Bienenstöcke in Schwalmtal. Sie wurden von Heinz Ridder, dem Vorsitzenden des Nettetaler Imkervereins, dort aufgestellt. Honigbienen sind für die Bestäubung der Blüten sehr nützlich: Sie fliegen in einem relativ weiten Radius und können ein Bereich von 25 Quadratkilometern abdecken.

Doch auch verschiedene Wildbienen-Arten sind sehr fleißig, was die Bestäubung angeht. Etliche Imker beschäftigen sich inzwischen mit Wildbienen - nicht nur wegen des Artenschutzes und der Vielfalt, sondern auch, weil diese eine Ergänzung zu den Honigbienen sein können. Ebenso wie Hummeln vertragen Wildbienen deutlich niedrigere Temperaturen als Honigbienen, die erst bei zehn bis zwölf Grad losfliegen. Wildbienen fliegen schon bei etwa fünf Grad - und sind damit im Frühjahr deutlich eher unterwegs. Ihr Flugradius beträgt aber nur wenige hundert Meter.

An der Obstwiese in Stöcken haben sie nun eine eigene Bleibe bekommen. Diese müssen sie gegebenenfalls mit Ohrenkneifern, Wespen oder Hummeln teilen - je nachdem, wer das Insektenhotel sonst noch für sich entdeckt. Die Idee, dort ein Insektenhotel aufzustellen, stammt von Stefanie Liebens, die bei der Gemeindeverwaltung Schwalmtal tätig ist. Der Gedanke kam ihr, als sie Heinz Ridders' Bienenstöcke besuchte. Ridder war der Idee sofort zugetan, die Obstwiesenfreunde auch. Und diese wiederum pflegen einen guten Kontakt zur Janusz-Korczak-Realschule, wo sich eine Arbeitsgemeinschaft mit diesen Belangen beschäftigt.

Ridder zeichnete einen Plan für das Insektenhotel und erhielt bei der Umsetzung tatkräftige Unterstützung. Das Holzleimbau-Unternehmen Derix aus Niederkrüchten ließ die Teile in der Lehrwerkstatt auf Maß schneiden, und Dachdecker Stephan Vieten, dessen Sohn die Arbeitsgemeinschaft an der Realschule besucht, sorgte für ein wetterfestes Dach.

Verschiedene Elemente sorgen dafür, dass sich nicht nur Wildbienen im Hotel wohlfühlen werden: Wildbienen mögen vor allem Holunder-Röhrchen für ihre Kinderstube. Tannenzapfen, Heu und Stroh locken Ohrenkneifer an, die wiederum Schädlinge von den Bäumen fressen. Ein Gitter vor den einzelnen Bereichen soll Vögel daran hindern, Heu und Stroh für den Nestbau mitzunehmen. Und gegen neugierige Menschenfinger hilft das Gitter auch.

Quelle: RP
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