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Azubis starten Ausbildung
"Ich kann es kaum erwarten, endlich anzufangen"

Azubis starten Ausbildung: "Ich kann es kaum erwarten, endlich anzufangen"
Naomi Leven (r.) mit Monique Lemmen in der Bäckerei Lehnen FOTO: Busch Franz-Heinrich sen.
Viersen. Für Naomi Leven fängt ab Montag der Tag früh am Morgen an. Je nach Schicht muss die 22-Jährige zwischen 5 und 7 Uhr morgens in der Brachter Bäckerei Lehnen sein. "Ich kann es kaum erwarten, endlich anzufangen", sagt Leven.

Nach der Schule hatte die Brachterin zunächst ein Freiwilliges Soziales Jahr gemacht. "Ich habe gedacht, dass dies das Richtige für mich wäre." Das Jahr habe ihr zwar Spaß gemacht, aber sie entschied sich dafür, nach einer Arbeitsstelle zu suchen, wo sie auch Kontakt zu Menschen hat - aber ein gewisser Abstand gewahrt wird.

Wichtig ist der 22-Jährigen, dass die Bäckerei Lehnen ein Familienbetrieb und keine Großbäckerei ist. "Das wäre nichts für mich gewesen, ich mag hier die familiäre Atmosphäre", sagt Leven, die an der Gesamtschule ihren Hauptschulabschluss gemacht hat.

Nachdem sie sich im Internet erkundigt hatte, wer im Umkreis nach Auszubildenden sucht, ist sie auf die Bäckerei Lehnen gestoßen, die seit 34 Jahren in Bracht zu Hause ist. Erich Lehnen bot ihr einen Probetag an. "Ich war unsicher an dem Tag, denn ich kannte das ja vorher nicht, aber es hat Spaß gemacht", sagt Leven, die künftig nur zwei Minuten mit dem Rad in die Bäckerei braucht. Unterstützung gibt es dann nicht nur von ihren Chefs, sondern auch von der zweiten Auszubildenden, Monique Lemmen (16), die bereits am 1. Juli mit der gleichen Ausbildung begonnen hat. Monatlich verdient sie 485 Euro brutto, die Ausbildung dauert drei Jahre.

Rostam Rostamzad fängt Montag bei der Stadt Viersen an. FOTO: Busch Franz-Heinrich sen.

Rostam Rostamzad möchte raus: auf die Straße zu den Menschen. Ab Montag macht er eine Ausbildung beim Kommunalen Ordnungsdienst zum Verwaltungsfachangestellten bei der Stadt Viersen. "Wir unterstützen mit unserer Arbeit die Polizei", sagt der 18-jährige Krefelder. Zu seinen künftigen Aufgaben gehören unter anderem Kontrollen auf Kinderspielplätzen, Stadtparks und Friedhöfen, ob dort beispielsweise Alkohol konsumiert wird.

Der 18-Jährige ist nach seinem Realschulabschluss 2013 zunächst zu einem Berufskolleg gewechselt, wo er Elektrotechniker werden konnte. "Ich habe schnell erkannt, dass das nichts für mich ist." Danach machte der junge Mann ein einjähriges Praktikum in einer Düsseldorfer Anwaltskanzlei.

Bevor er sich beim Kommunalen Ordnungsdienst der Stadt Viersen beworben hat, wollte er die Fachoberschulreife für Sozial- und Gesundheitswesen erlangen. "Ich bin eher praktisch veranlagt, deshalb diese Ausbildung", erklärt Rostam Rostamzad, dessen Vorname von Generation zu Generation auf den Nachwuchs übertragen wird. Derzeit wohnt der 18-Jährige zu Hause. Im Monat bekommt er einen Bruttolohn von 880 Euro im ersten Ausbildungsjahr. "Damit werde ich zurechtkommen."

Beim Kommunalen Ordnungsdienst wird der junge Mann eine Uniform tragen. "Ich freue mich sehr auf den Außendienst, auf nette Kollegen und spannende drei Jahre", so Rastamzad, der in seiner Freizeit gerne Fußball spielt.

Johannes Terporten wollte immer Landwirt werden. FOTO: Busch Franz-Heinrich sen.

Johannes Terporten weiß schon lange, dass er nichts anderes als Landwirt werden möchte. Seine Eltern haben selber einen Hof. "Von kleinauf habe ich immer gern mitgeholfen", sagt der 18-Jährige. Im Jahr 2014 hat er die Realschule abgeschlossen und dann sofort mit der Ausbildung zum Landwirt angefangen.

Jedes Jahr muss er dafür in einen anderen Betrieb wechseln. Ab Montag greift er darum Familie Wolfers aus Bocholt auf ihrem Bauernhof unter die Arme. Dort warten rund 200 Milchkühe darauf, zwei Mal täglich gemolken zu werden, und er wartet Landmaschinen. "Mein Vater hat mir den Betrieb empfohlen, beim Gespräch hat es gut gepasst", erzählt Terporten.

Jeden Morgen klingelt sein Wecker um halb sechs. Dann erledigt der zukünftige Landwirt zunächst die Stallarbeit zu Hause, bevor es zu Familie Wolfers geht. "Hier beginne ich meist um halb zehn", so Terporten. Der Tag geht bis mindestens 19 Uhr. Erst dann sind die Kühe für die Nacht fertig gemolken.

Ein Mal pro Woche muss der 18-Jährige in die Berufsschule nach Willich. "Ich habe einen Roller, das ist günstig", sagt Terporten, der auch Mitglied bei der Freiwilligen Feuerwehr Nettetal-Breyell ist.

Mit seinem Monats-Bruttolohn von 710 Euro im Monat komme er gut zurecht. Was er am liebsten macht? Kühe melken. "Aber was ich echt nicht gerne mache, ist Boxen einstreuen", erzählt er. Nach seiner Ausbildung möchte Johannes Terporten in den elterlichen Betrieb einsteigen.

(janj)
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