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Viersen
Ideen für eine lebendige Schwalm-Region

Viersen: Ideen für eine lebendige Schwalm-Region
Alexandra Lenz ist Regionalmanagerin für die Vital-Region "Schwalm - Mittlerer Niederrhein". FOTO: Franz-Heinrich Busch
Viersen. Mit Hilfe von Regionalmanagerin Alexandra Lenz sollen Bürger Projekte entwickeln, die drei Gemeinden attraktiver machen Von Birgitta Ronge

Im Bürgerhaus in Elmpt geht es heute Abend um die Frage, wie wir in Zukunft wohnen wollen. Mit der Frage beschäftigt sich ein Arbeitskreis, der Projekte für die Förderregion "Schwalm - Mittlerer Niederrhein" entwickeln soll. Jeder darf Ideen liefern. Ein Teilnehmer hat schon eine Idee: René Bongartz aus Bracht glaubt, für den Wohnungsmangel in den Orten eine Lösung gefunden zu haben.

Bongartz gehört der Fraktion der Grünen im Rat an und ist auch privat sehr engagiert. Entsprechend ist er viel unterwegs - und hört immer wieder von älteren Menschen, die allein in einem großen Haus leben. Bongartz: "Manche können sich nur im Erdgeschoss aufhalten, sie kommen nicht mehr die Treppe hoch. Und oben verstaubt alles." Gleichzeitig höre er auch immer wieder von jüngeren Leuten, die eine kleine, bezahlbare Wohnung suchen und keine finden. So ergehe es auch anerkannten Flüchtlingen.

Seine Idee daher: Wer ein Zimmer frei hat oder gar eine Wohnung, könnte dieses Angebot auf einen Zettel notieren und diesen im Rathaus in einen Kasten legen. Ebenso könnten Menschen, die eine Wohnung oder ein Zimmer suchen, dies auf einen Zettel schreiben. Solche "Suche-Biete"-Zettelkästen kennt Bongartz noch aus Hochschulzeiten. Seine Hoffnung: dass die Hausbewohner, jüngere wie ältere, voneinander profitieren, die Jüngeren den Älteren vielleicht mal beim Einkaufen helfen oder sich um den Garten kümmern, den viele Senioren nicht mehr allein pflegen können.

Solche Ideen für Projekte wünscht sich Regionalmanagerin Alexandra Lenz von den Bürgern in Brüggen, Niederkrüchten und Schwalmtal. Gemeinsam bilden die drei Gemeinden die Vital-Region "Schwalm - Mittlerer Niederrhein", gemeinsam sollen sie Fördermittel in Höhe von 1,4 bis 1,9 Millionen Euro bekommen, wenn sie selbst Projekte anstoßen, die die Region lebenswerter machen. "Jeder kann mit einer Idee zu mir kommen", sagt Lenz. Sie prüfe, ob sich die Idee mit der Förderung aus dem Programm Vital NRW umsetzen lässt, ob es vielleicht andere Fördertöpfe dafür gibt oder ob es gar nicht geht.

Einzelpersonen sind bei ihr ebenso willkommen wie die Mitarbeiter der Gemeindeverwaltungen, Politiker, Vertreter von Vereinen, Verbänden und Einrichtungen. Diese können mit Lenz auch einen Termin vereinbaren, damit sie vorbeikommt und sich und ihre Arbeit vorstellt. "Wichtig ist, dass wir jetzt Ideen entwickeln, da wir für dieses Haushaltsjahr schon Fördergelder zur Verfügung haben, die sonst verfallen würden", erläuterte Lenz im jüngsten Ausschuss für Planung, Umwelt und Verkehr in Schwalmtal. Dort hatte sie das Förderprogramm und ihre Aufgaben kurz vorgestellt.

Viele Ideen hatten Bürger aus Brüggen, Niederkrüchten und Schwalmtal schon für die Bewerbung für das Förderprogramm "Leader" entwickelt. Dafür erhielten die drei Gemeinden keine Zusage, mit der kleineren Version Vital NRW klappte es dann. Die Ideen von damals bilden jetzt die Basis in einem Sammeltopf der Ideen, in dem weitere hinzukommen können. Für die "Leader"-Bewerbung engagierten sich viele Menschen im Grenzland. Entsprechend fragte Jürgen Heinen, Fraktionschef der Grünen in Schwalmtal, im Ausschuss, wie man sicherstelle, dass sich jetzt nicht Bürger intensiv engagierten - und man dann feststelle, dass ein Projekt nicht umsetzbar ist.

Lenz erklärte, dass für die Vital-Region derzeit eine Internetseite aufgebaut werde. Auf dieser sollen beispielhaft Projekte, die für eine Vital-Förderung in Frage kommen, vorgestellt werden. Welche Projekte in die Realität umgesetzt werden, entscheidet eine Arbeitsgruppe. Bei Bongartz' "Suche-Biete"-Kasten sollte es am Geld nicht scheitern.

Quelle: RP
 
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