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Kreis Viersen
IHK: Abitur und Studium haben eine Alternative

Kreis Viersen. Weil es für Unternehmen immer schwieriger wird, Lehrstellen zu besetzen, haben die Industrie- und Handelskammern in NRW eine gemeinsame Agenda 2025 für die betriebliche Berufsausbildung vereinbart. Ziel sei es, beispielsweise Eltern für die Schulwahl ihres Kindes zu sensibilisieren und und dem dominierenden Trend zur gymnasialen Bildung entgegenzuwirken. Auch Kopfnoten sollen wieder eingeführt und die Schulfächer Deutsch und Mathematik mehr Bedeutung bekommen. Die IHK fordert von den Schulen, die "regelrechte Inflation guter bis sehr guter Noten zu überdenken".

Der Dualen Berufsausbildung sei zu verdanken, dass die Jugendarbeitslosigkeit in Deutschland insgesamt im internationalen Vergleich sehr niedrig ist. Abitur und Studium seien nicht unbedingt der richtige Weg in den Beruf. Eine Zielgruppe der Agenda sind daher Studienabbrecher, denen besondere Angebote gemacht werden. Bei den Unternehmern sei die Bereitschaft groß, Studienabbrechern eine Perspektive zu bieten, erklärt die IHK. Umgekehrt sei die Bereitschaft weniger ausgeprägt. "Offenbar wird die Entscheidung gegen das Studium und für eine Berufsausbildung als Schande gesehen - eine Einschätzung, die ich für antiquiert und völlig falsch halte", stellt Hauptgeschäftsführer Jürgen Steinmetz fest.

Auch die bessere Integration behinderter Menschen könne einen Beitrag zur Stärkung des Ausbildungsmodells sein. Die Zuwanderung solle ebenfalls für die Besetzung von Ausbildungsstellen genutzt werden.

(kai)
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