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Niederkrüchten
IHK macht sich für Gewerbegebiet stark

Niederkrüchten: IHK macht sich für Gewerbegebiet stark
Die Industrie- und Handelskammer (IHK) appelliert in einem Brief an NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin, an den Plänen einer gewerblichen Nutzung der Javelin Barracks in Elmpt festzuhalten. FOTO: Busch, Franz-Heinrich
Niederkrüchten. Die Industrie- und Handelskammer (IHK) appelliert in einem Brief an NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin, an den Plänen einer gewerblichen Nutzung der Javelin Barracks in Elmpt festzuhalten. Von Kai Außen

Eigentlich war alles klar. Nach dem Abzug der Briten aus Elmpt sollte auf dem 900 Hektar großen Areal der Javelin Barracks ein attraktiver Mix aus Freizeit, Natur und erneuerbaren Energien entstehen. Herzstück des ursprünglichen Folgenutzungskonzeptes war die Idee, ein 150 Hektar großes Gewerbegebiet aufzubauen.

Doch jetzt ist alles anders. Die steigenden Flüchtlingszahlen stellen die Städte und Gemeinden im Grenzland vor die Herausforderung, Unterkünfte für die Asylbewerber aufzutun. NRW-weit fehlen derzeit rund 2000 Plätze für die Erstaufnahme von Flüchtlingen. Und genau da kommt das ehemalige britische Militärgelände ins Gespräch. Bis zu 1000 Flüchtlinge könnten hier untergebracht werden. Die Mannschaftsunterkünfte mit den Mehrbettzimmern sollen offenbar für diesen Zweck genutzt werden.

Nachdem bereits zahlreiche Politiker aus dem Grenzland ihre Bedenken geäußert und die Unglaubwürdigkeit des Landes im Hinblick auf die wechselnden Zusagen zur Folgenutzung kritisiert hatten, wendet sich jetzt auch die Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein in einem Brief an NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin.

Dr. Dieter Porschen, Hauptgeschäftsführer der IHK Mittlerer Niederrhein, appelliert in seinem Schreiben, an den Plänen für eine gewerblich-industrielle Nutzung festzuhalten und keine Wohnbebauung zuzulassen. Die Einrichtung von Flüchtlingsunterkünften sei auf diesem Areal nicht sinnvoll. Zudem seien die Ansprüche der Menschen auf Schutz vor Lärmbelästigung mit einer gewerblich-industriellen Nutzung nicht vereinbar. Der Entwurf des neuen Regionalplans Düsseldorf sieht das Gelände als "Standort für flächenintensive Vorhaben und Industrie" vor. Betriebe, die "erheblich belästigend" sind, sollen einen Abstand von mindestens 500 Metern zur nächsten Wohnbebauung haben. "Dabei ist zu berücksichtigen, dass den Flüchtlingen ein Anspruch auf Wohnruhe zusteht. Diese wäre aufgrund der geplanten gewerblich-industriellen Nutzung nicht gegeben", sagt Porschen. Die IHK bittet Duin, dieses Anliegen der Wirtschaft gegenüber Innenminister Ralf Jäger zu vertreten.

"Das Militärgelände in Elmpt verfügt über eine erstklassige Anbindung an das europäische Verkehrsnetz und unterliegt keinen schwerwiegenden Umweltrestriktionen", sagte Porschen. "Daher wurde das Gelände in einer durch die EU und das Land NRW geförderten Studie als eine von fünf Premiumflächen für eine logistische Folgenutzung ausgewählt." Eine solche Nutzung sei für die Region von großer Relevanz.

"Die Nachfrage nach diesen Standorten steigt in unserem IHK-Bezirk fortdauernd an", sagte Porschen. Dies liege unter anderem an dem wachsenden Güterumschlag in den niederländischen und belgischen Seehäfen, der sich auch auf das deutsche Hinterland auswirke. In eine ähnliche Richtung hatte bereits Brüggens SPD-Fraktionsvorsitzender Gottfried Optenplatz argumentiert und gesagt: "Dort können wichtige Arbeitsplätze entstehen." Zu glauben, man könne beides haben - Gewerbegebiet und Flüchtlingsunterkunft - sei blauäugig, hatte zuvor bereits Niederkrüchtens CDU-Vorsitzender Bennet Gielen (CDU) gesagt und die Pläne als "abenteuerlich" bezeichnet.

Quelle: RP
 
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