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Viersen
Ihr Steckenpferd ist die Narretei

Viersen: Ihr Steckenpferd ist die Narretei
Bei drei Grad schalteten gestern Abend viele Mitglieder der Narrenakademie beim Ritt um die Mühle in einen feurigen Galopp. FOTO: Franz-Heinrich Busch
Viersen. Am Elften im Elften wird in Dülken die neue Session auf besondere Weise eröffnet: Die Mitglieder der Narrenakademie reiten auf Holzpferden dreimal um die Narrenmühle Von Ingrid Flocken

Mit drei Hammerschlägen an die Tür der Narrenmühle verkündete gestern am Abend des 11. im 11. der Rector magnificus der Narrenakademie, Volker Müller, den Beginn der närrischen Session 2016/17. Er begrüßte bereits das designierte Kinderprinzenpaar, nur leider gibt es (bis jetzt) kein "großes" Prinzenpaar. "Noch ist nicht alles verloren, auch im Januar kann noch eine Bewerbung erfolgen." Und gemäß dem neuen Motto "Et kütt wie et kütt" meinte er: "Es is noch alles juut jegange."

Der Rector magnificus erläuterte zunächst den vielen Zuschauern, die - angelockt durch die schmissige Musik des Dülkener Tambourcorps und der Musikfreunde Viersen-Rahser - zur Mühle gekommen waren, die Bedeutung der Zahl 11 für Dülken, die seit dem 14. Jahrhundert besteht. Auch der Komponist Heinz Luhnen schrieb: "11.000 Jecken reiten auf Stecken", und Volker Müller freute sich, dass zwar nicht 11.000, doch immerhin einige hundert gekommen waren. Auch die Mühle hatte in diesem Jahr rund 1000 Besucher in ihrem Museum. Dann nannte er das 11. Geheimnis der Narrenakademie: "Carpe diem - jönn dich wat." Und die Zahl 11 interpretierte er mit "Ei, Lustig, Fröhlich". Dann allerdings musste er Trauriges verkünden: "Mike I. und Kylie I. verabschieden wir heute ebenso wie Christian I. und Melanie I." Die beiden jugendlichen Regenten sagten in Reimen Lebewohl und betonten, wie "schön es war". Ein dreifaches "Gloria tibi Dülken" unterstützten alle Zuschauer. Dann hatte der Rector magnificus noch eine Überraschung für Norbert Jacobs, der seit vielen Jahren die Kinderprinzenpaare der Crazy Kids begleitet: Er überreichte ihm den Mühlenorden der Narrenakademie.

Christian I. kündigte seine letzte Amtshandlung an: "Ich scheide mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Mit einem weinenden, weil wir ohne unser Highlight, den Rosenmontagszug, abdanken müssen. Mit einem lachenden, weil wir eine grandiose Session erleben durften mit riesigem Spaß." Prinzessin Melanie I. dankte noch allen, die hinter ihnen gestanden hatten und auch die beiden grüßten mit einem donnernden "Gloria tibi Dülken".

Dann nahm ihnen der Rector magnificus die Insignien ihrer närrischen Macht - Zepter, Prinzenmütze und Kette - ab und eröffnete um 19.21 Uhr die neue närrische Session. Dann schwang er sich wie die Senatoren der Narrenakademie und viele Gäste auf ihre Steckenpferde und ritt mit ihnen drei Mal um die Mühle. Bei der Kälte sicher eine tolle Bewegungstherapie, bevor sich alle zu einem Fackelzug aufstellten, der - leider nicht zur eigentlich vorgesehenen Prinzenproklamation ins Bürgerhaus - sondern zu einem Dämmerschoppen ins Kolpinghaus führte, zu dem der Vaterstädtische Verein eingeladen hatte. Begleitet wurde der Zug von den beiden Kapellen, die zuvor ein Platzkonzert gegeben hatten: dem Dülkener Tambourcorps und den Musikfreunden Viersen-Rahser.

Quelle: RP
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