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Schwalmtal
Im alten Stall entstand ein Traumland

Schwalmtal: Im alten Stall entstand ein Traumland
Horst Kordes zeigt am Wochenende seine Traumland-Galerie die Ausstellung "Art and more". FOTO: Busch
Schwalmtal. Seit einigen Jahren wohnt und arbeitet der Künstler Horst Kordes auf einem alten Vierkanthof in Lüttelforst. Dort öffnet er am Wochenende seine Traumland-Galerie. Von Birgitta Ronge

Überzogen mit metallisch grauer Farbe ist die Leinwand, auf der feine Erhebungen aus Vulkansand Symbole und Worte bilden. Aufgezogen hat Horst Kordes die Linien mit einem Pinsel, gemalt in den Sand hat er Zeichen, die ihm wichtig sind und die in seinen Arbeiten immer wiederkehren: den Mond, das Herz, die Sterne. Das Bild fällt auf in den alten Stallräumen, die der Künstler auf dem Vierkanthof in Lüttelforst zur Galerie umgestaltet hat. Denn die Einfarbigkeit ist Kordes' Sache eigentlich nicht: Übersprudelnd von Farben und Gefühlen sind seine Bilder, die an anderen Wänden hängen. Auch die Wände sind bunt, Türen und Balken zum Teil ebenso. Mit Farbpigmenten und Lacken, Vulkansand, Scherben und Perlen entwirft Kordes eine bunte, fantastische Welt, in der Licht und Schatten vereint sind.

Die Welt des Künstlers ist das Traumland, so hat er auch seine Galerie im Stall die Traumland-Galerie genannt. Kordes, 1958 in Österreich geboren, ist Autodidakt, seine künstlerische Arbeit prägte in jungen Jahren Friedensreich Hundertwasser. Vor einigen Jahren zog Kordes auf den Hof in Lüttelforst. Von dort aus finden seine Arbeiten heute ihren Weg in die Welt. Einige Bilder malt er für den guten Zweck. Brüggener kennen das Bild, das Kordes mit Kindern bei einem Malprojekt schuf - durch den Verkauf des Kunstdrucks wird die Erweiterung des Abenteuerspielplatzes "Piratennest" am Schloss Dilborn unterstützt. Bundesweit setzt sich Kordes für Charity-Projekte ein. Fußballer Christoph Metzelder etwa verbrachte kürzlich einen Nachmittag bei Kordes im Atelier. Das entstandene Bild werde im Oktober zugunsten der Christoph Metzelder Stiftung versteigert, berichtet Kordes. Die Stiftung will Kindern und Jugendlichen bessere Chancen beim Start ins Berufsleben ermöglichen und fördert Projekte in den Bereichen Bildung, Ausbildung und Migration. Seine Inspiration findet Kordes "überall, wo ich bin, vor allem in der Natur. Dann läufst du irgendwo entlang und siehst irgendwas, greifst zur Farbe und lässt dich gehen." So finden oftmals Symbole wie das Herz oder die Sonne Eingang in seine Arbeiten, die vom ewigen Kreislauf, von Liebe und Miteinander und vom Frieden erzählen. Mitunter fügt der Künstler die Botschaft plakativ hinzu: Neben den Kölner Dom, der aus vielen kleinen bunten Punkten zusammengesetzt wurde, hat er "Colonia send Peace" geschrieben, über den Türmen des Doms fliegen Friedenstauben. Dabei ist bei Kordes nicht alles heile Welt: Unter dem Titel "Hollywood" hat er collagenartig drei Gestalten erschaffen, die wie Wesen von einem anderen Stern wirken mit mehreren Augenpaaren, Nasen, Mündern, und vor dem von feinen Linien durchbrochenen Hintergrund hervortreten. Augen, Nasen und Münder hat Kordes Fotos von Hollywood-Stars entliehen, die Linien stehen für die Schnitte und Narben, die durch Schönheitsoperationen entstehen. An anderer Stelle hat sich der Künstler mit der Frage nach einem Begriff von Heldentum auseinandergesetzt - angelehnt an die amerikanische Flagge zieren keine Sterne, sondern kleine goldene Totenköpfe das Banner. In seinem Traumland entwirft Kordes keine andere, neue Welt, aber eine bunte Welt, in der Liebe und Frieden möglich sind. Statt über die Wege dorthin zu reden, malt er sie: "Meine Sprache sind Farben und Symbole."

Quelle: RP
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