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Viersen
Immer mehr Menschen nutzen die Tafel

Viersen. Die Viersener Tafel zählt mehr als 200 Menschen pro Monat. Die gespendeten Lebensmittel helfen Familien, Singles, Männer und Frauen jeden Alters, eine Mahlzeit auf den Tisch zu bringen Von Bianca Treffer

Die Ausgabe der Tafel beginnt erst in einer halben Stunde. Doch auf dem Hof an der Hohlstraße 46 in Viersen ist es schon voll. Die Kunden der Einrichtung stehen mit leeren Taschen in der Hand unter dem Vordach und unterhalten sich. Ankommende Tafel-Mitarbeiter werden herzlich begrüßt, bevor sie im Gebäude verschwinden, um alles für die Ausgabe vorzubereiten.

"Gedrängel erleben wir aber nicht", sagt die Vorsitzende der Viersener Tafel, Luzia Witthake. "Es läuft alles diszipliniert ab, weil jeder weiß, dass er etwas bekommt." Im kommenden Jahr feiert die Einrichtung das 20-jährige Bestehen. Wie viele Tonnen Lebensmittel in dieser Zeit über die Theken gegangen sind, wie vielen Menschen sie schon geholfen haben, das können die Mitarbeiter der Tafel nur schätzen.

Im Laufe der Jahre kamen immer mehr Kunden. Aktuell besuchen mehr als 2000 Menschen jeden Monat die Tafel. "Für mich ist die Tafel lebensnotwendig. Ohne diese Hilfe würde ich im Moment nicht existieren können", sagt ein Mann, der bei den Wartenden steht. "Wenn ich meine Grundkosten gedeckt habe, bleiben mir noch 300 Euro im Monat zum Leben", berichtet eine 82-jährige Viersenerin. Sie erklärt: "Davon muss ich meine Medikamente bezahlen, meine Fußpflege, weil ich mir die Füße nicht mehr selbst machen kann, den gelegentlichen Friseurbesuch und mein Essen. Gerade Obst, Gemüse und Brot sind so teuer geworden. Würde die Hilfe der Tafel fehlen, könnte ich meinen Enkelkindern nicht mal eine Tafel Schokolade kaufen." Ob alt oder jung, Mann oder Frau, alleinstehend oder mit Familie - vielen Kunden hilft die Tafel, eine Mahlzeit auf den Tisch zu bringen.

Von 120 Mitgliedern der Einrichtung sind 64 Aktive nach Einsatzplan im Dienst. Der Plan beschränkt sich nicht nur auf die Ausgabe: Lebensmittel müssen geholt und sortiert, ältere und schwerstkranke Kunden beliefert werden. Auch gibt es das Angebot eines warmen Mittagessens, das dienstags an der Hohlstraße 46 von den Tafel-Mitarbeitern gekocht wird.

Wenn am 1. Oktober bundesweit der Tafeltag begangen wird, gibt es in Viersen keine besondere Aktion. "Wir sind das ganze Jahr über in Aktion", erklärt Witthake. Sie erinnert an zusätzliche Projekte - an Weihnachtspäckchen, den Stand beim Martinsmarkt, den Weihnachtsmarkt. "Mehr können wir wirklich nicht leisten." Sie freut sich, dass so viele Bürger, Geschäfte und Unternehmen die Arbeit der Tafel unterstützen: Ohne ihre Hilfe könne die Einrichtung nicht existieren.

Quelle: RP
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