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Kreis Viersen
Immer mehr Väter nehmen Elternzeit

Kreis Viersen. Arbeit ist wichtig, Familie aber auch. Die Zahl der Männer, die nach der Geburt zu Hause bleiben, stieg im Kreis auf ein neues Rekordhoch Von Jannetta Janssen

André Franz war nach der Geburt seines zweiten Sohnes Joschua im Februar vier Wochen lang zu Hause. "Die erste Zeit war sehr wichtig und ich habe jeden Tag genossen", erzählt der Familienvater, der noch einen fünfjährigen Sohn hat. Bei ihm hat der 38-Jährige es auch so gemacht: "Splitting" - zwei Monate frei nehmen und das jeweils auf zweimal vier Wochen verteilt. Im November nimmt André Franz dann den "zweiten Teil" seiner Elternzeit in Anspruch. Gerne wäre er länger zu Hause geblieben.

So wie der Kaldenkirchener machen es immer mehr Väter im Kreis Viersen. Mehr als zwei Monate Elterngeld beziehen die meisten von ihnen aber nicht. Im vergangenen Jahr haben 327 Männer Elterngeld in einem Bezugszeitraum von zwei Monaten erhalten. Gerade einmal 26 nahmen es ein ganzes Jahr in Anspruch. Seit 2012 steigen die Zahlen stetig an. Während 2012 nur 333 Männer Elterngeld bekamen, waren es im vergangenen Jahr 534, erklärt Manfred Patzke vom Versorgungsamt Kreis Viersen und Mönchengladbach.

Bei André Franz waren mehr als zwei Monate nicht möglich: "Das hatte bei uns zum einen finanzielle Gründe, zum anderen wäre es mit meiner Arbeit nicht möglich gewesen", erklärt der 38-Jährige. Franz ist Versorgungstechniker und arbeitet für ein kleines Unternehmen in Krefeld. "Wenn man da länger fehlen würde, müssen das die Kollegen auffangen", sagt der Kaldenkirchener weiter. Dass die meisten sich nur für eine kurze Auszeit vom Job entscheiden.

Die Zahlen im Kreis Viersen belegen, dass es immer noch die Mütter sind, die nach der Entbindung ein Jahr in Elternzeit gehen: Im vergangenen Jahr waren das 499 Frauen. Elf Monate lang bekamen 541 Frauen Elterngeld, und 377 Mütter für zehn Monate.

Das Elterngeld richtet sich nach dem Bruttogehalt. Danach erhält jeder Elterngeldbezieher zwischen 65 und 67 Prozent von seinem Nettoeinkommen, mindestens 300 Euro, höchstens 1800 Euro pro Monat. Wer erwerbslos ist oder Hartz IV bezieht, kann kein Elterngeld beantragen. Eltern, deren Kinder nach dem 1. Juli 2015 zur Welt gekommen sind, können Elterngeld Plus beantragen. Dies ermöglicht es ihnen Teilzeit zu arbeiten. Sie können damit die Bezugszeit des Elterngeldes auf 28 Monate verlängern.

Das Ehepaar Franz hat ein Haus und zwei Autos. "Da sind monatliche Fixkosten, die müssen auch in der Elternzeit bezahlt werden", sagt der 38-Jährige. Die ersten Wochen hat die Familie intensiv miteinander verbracht. Sie freuen sich auf die Weihnachtszeit. Franz sagt: "Dann können wir wieder zusammen sein und gemeinsam genießen, und kuscheln."

Quelle: RP
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