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Serie: Mit dem Fahrrad in den Frühling
Immer mit Rückenwind auf Tour

Serie: Mit dem Fahrrad in den Frühling: Immer mit Rückenwind auf Tour
Elektrobike-Fachmann Markus Claassen gibt Tipps, was man beim Kauf und Fahren beachten sollte. FOTO: wolfgang kaiser
Viersen. Pedelecs sind weiter auf dem Vormarsch. Beim Kauf der Elektrofahrräder sollten einige Dinge beachtet werden, damit das Fahren mit Hilfe auch zum Vergnügen wird. Zweiradmechaniker Markus Claassen gibt ein paar Tipps. Von Bianca Treffer

Die Vorteile liegen auf der Hand: Mit Elektrofahrrädern können größere Touren mit viel Vergnügen unternommen werden. Wer damit zur Arbeit fährt, kommt nicht verschwitzt an. Brücken und die auch am Niederrhein dann und wann anzutreffenden Steigungen können mit Hilfe des Elektromotors ohne größere Anstrengungen bewältigt werden. Es sind viele Dinge, die für ein sogenanntes Pedelec sprechen, und das schlägt sich auch bei den Fahrradneukäufen wieder. Immer mehr dieser Elektrofahrräder finden ihre Liebhaber.

Vor Kauf der tretunterstützenden Räder muss man allerdings einiges wissen. Wer ein Pedelec kauft, sollte darauf achten, dass es über einen Mittelmotor verfügt. Der Motor sitzt in der Mitte und sorgt damit für ein neutrales Fahrverhalten. "Sitzt der Motor hinten, fährt sich ein Fahrrad hecklastig, da allein schon das Körpergewicht im hinteren Drittel des Rades zu finden ist", erklärt Markus Claassen vom gleichnamigen Kempener Radsportgeschäft. Ein Motor im vorderen Bereich sorgt für ein eingeschränktes Fahrverhalten, denn "ein Zweirad will angeschoben und nicht gezogen werden", bemerkt der Zweiradmechanikermeister.

Ganz wichtig sind die Hydraulikbremsen. Sie sorgen bei geringer Handkraft für eine maximale Verzögerungsleistung. Das gilt auch bei Nässe. Jeder Pedelec-Fahrer sollte daran denken, dass er mit seinem Elektrorad schneller unterwegs ist. Mit dem herkömmlichen Rad liegt die Durchschnittsgeschwindigkeit bei rund zwölf bis 13 Stundenkilometern. Beim Pedelec sind es ohne Probleme 20 Stundenkilometer, wobei auch Geschwindigkeiten von bis zu 25 Stundenkilometern erreicht werden können. Die Bremsen sind daher äußerst wichtig.

In Sachen Sicherheit sollte nicht nur der Pedelec-Fahrer auf einen Fahrradhelm zurückgreifen. "Für das Pedelec gilt zwar keine Helmpflicht, aber der Kopf sollte beim Radfahren generell geschützt werden", empfiehlt Claassen. Ein stabiler Rahmen, damit das Rad spurtreu auf der Straße fährt und nicht flattert, ist ein weiteres wichtiges Kriterium. Auf eine gute Federgabel als auch eine entsprechende Federsattelstütze sollte ebenso geachtet werden wie auf Reifen mit hohem Pannenschutz. Preislich starten hochwertige Pedelecs bei 2000 Euro.

Ein Pedelec wiegt in der Regel fünf bis sechs Kilogramm mehr als ein Rad ohne Hilfsmotor. Die Elektroräder verfügen über drei Unterstützungsstärken. Es gibt die Stufe leicht, bei der die maximale Reichweite gefahren werden kann. "In der Regel sind dies bei einem guten Rad 140 Kilometer, wobei es viele beeinflussende Faktoren gibt. Das fängt beim Gewicht des Radlers an und hört beim korrekten Reifendruck von fünf Bar auf. Aber egal, wie weit man kommt - der Fahrer ist immer mit Rückenwind auf Tour", sagt Claassen. Herrscht zum Beispiel stärkerer Gegenwind oder es naht ein Berg, dann greift die mittlere Stufe. Nicht zu vergessen ist die Turbounterstützung, bei der ein Radfahrer zwar noch eine Tretbewegung macht, aber das ohne irgendeine Anstrengung.

Selbstverständlich kann ein Pedelec auch ohne Unterstützung wie ein ganz normales Rad gefahren werden. Die Akkus der hochwertigen Räder halten heute rund 50.000 bis 60.000 Kilometer, wobei der Leistungsverlust bei circa zwei bis vier Prozent pro Jahr liegt - ob er benötigt wird oder nicht. Einen Memoryeffekt beim Aufladen des Akkus gibt es nicht mehr. Eine Anzeige am Rad informiert den Fahrer über die aktuelle Leistung des Akkus, damit rechtzeitig eine Steckdose angesteuert werden kann. Ein leerer Akku lädt, je nach Außentemperatur, drei bis fünf Stunden. Ein Pedelec braucht versicherungstechnisch nicht angemeldet zu werden, der Fahrer benötigt auch keinen Führerschein.

Waren es in den Anfangszeiten zumeist Käufer deutlich über 50 Jahre, so ist die jüngere Kundschaft auf dem Vormarsch. Selbst Jugendliche fahren inzwischen diese Räder, da sie eine Alternative zum Mofa sind. Tretunterstützende Varianten gibt es inzwischen nicht nur als City- oder Tourenräder, sondern auch bei den Mountainbikes und Rennrädern.

Quelle: RP
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