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Viersen
In Dülken piepst und zwitschert es

Viersen: In Dülken piepst und zwitschert es
Einer der Wellensittiche des Vereinsvorsitzenden Reinhard Spitzer erhielt auf der Landesschau die Goldmedaille samt Siegerschleife. FOTO: Busch, Franz-Heinrich sen. (bsen)
Viersen. Mit einer großen Jubiläumsvogelschau feiert die Interessengemeinschaft der Vogelliebhaber 1960 am 7. und 8. November gleich drei Jubiläen in Dülken. Die Besucher können sich auf knapp 400 Ausstellungstiere freuen. Von Bianca Treffer

Wenn das Dülkener Dutzend, das bekanntlich die Zahl elf ist, gleich zweimal zusammenkommt und dazu noch ein halbes Jahrhundert, dann sind das drei gute Gründe, dies besonders zu feiern. Die Interessensgemeinschaft der Vogelliebhaber 1960, AZ-Ortsgruppe Dülken, kann in diesem Jahr auf das 55-jährige Bestehen sowie eine 50-jährige Zugehörigkeit zum Deutschen Kanarienbund (DKB) und eine 33-jährige Mitgliedschaft im Bundeszuchtverein Arterhaltung durch Zucht (AZ) zurückblicken. "Das alles zusammen hat uns dazu bewogen, eine große Jubiläumsvogelschau zu veranstalten", sagt Reinhard Spitzer, der erste Vorsitzende der Ortsgruppe.

Aus diesem Anlass verwandelt sich am 7. und 8. November der Schützenhof in Dülken in eine Ausstellungsfläche für Vögel aus allen Erdteilen. Die verschiedenen Züchter werden knapp 400 Vögel mitbringen und damit die einmalige Artenvielfalt demonstrieren. "Wir möchten uns und unser Hobby einmal vorstellen. Ich glaube viele wissen nicht, was wir eigentlich alles machen", meint Spitzer, der selber seit 1958 Vögel züchtet. Angefangen hat es bei ihm mit einem Wellensittich, der ihm als Hahn verkauft wurde, letztendlich aber eine Henne war. Spitzer kaufte den zweiten Sittich dazu und damit war der Grundstein zum Züchten gelegt. Es folgten etliche Fortbildungen und Schulungen für Preisrichter, denn als solcher fungiert der Dülkener schon seit Jahren. So reist Spitzer als Preisrichter Mitte November zur Bundesschau nach Kassel. Bei dieser größten Schau Europas, die in sechs Messehallen stattfindet, werden insgesamt bis zu 16.000 Vögel erwartet. Über den AZ gibt es indes Zuchtprogramme, die weltweit laufen und unter anderem helfen, vom Aussterben bedrohte Vögel zu züchten. "Im Kölner Zoo steht der Computer für die Zuchtprogramme. Dessen Direktor war auch schon Präsident des AZ", berichtet Spitzer. Vogelpaare können auf diesem Weg weltweit zusammengestellt werden. Der sogenannte Bali-Star, dessen Bestand auf 50 Exemplare zurückgegangen war, konnte so schon vor dem Aussterben gerettet werden. "Man darf nicht vergessen, die Farbwellensittiche, die wir hier züchten, leben zum Beispiel in Australien frei. Wir verkaufen unsere Vögel auch und beugen so dem Wildfang vor", informiert Spitzer, dessen Farbwellensittich gerade Landessieger geworden ist. Vogelzüchter seien auch Vogelschützer, fügt er an.

Damit meint der Dülkener aber nicht nur die Arterhaltung. Die Ortsgruppe hat allein 150 Nistkästen in Dülken und Umgebung aufgehangen, die sie auch pflegt. Drei Nistkästen davon hängen am Dülkener Kirchturm und dienen den Wanderfalken als Domizil.

300 Stufen sind immer zurückzulegen, wenn es zwecks Säuberung der Kästen in die Kirchenkrone geht. Dazu kommen artgerechte Vogelfütterung im Winter und eine enge Kooperation mit dem NABU. Der Verein hat, wie viele andere auch, Nachwuchssorgen. "Das Problem liegt bei uns klar auf der Hand. Einen PC kann man abschalten, wenn man keine Lust mehr hat. Bei Tieren muss man täglich präsent sein, das ist den meisten zuviel Arbeit", bemerkt Reinhard Spitzer.

Aktuell zählt die Ortsgruppe 18 Mitglieder. Jeden ersten Sonntag im Monat treffen sich die Mitglieder von 10.30 bis 12 Uhr im Haus Becker an der Schulstraße zwecks Austausch. "Jeder Interessierte kann gerne dazu kommen", betont der Vorsitzende. Wer dem Verein beitreten möchte, zahlt eine jährliche Mitgliedschaft von 36 Euro.

Quelle: RP
 
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