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Viersen
In Erinnerung an die Reichspogromnacht

Viersen. Die katholische und die evangelische Gemeinde gedachten in der Pfarrkirche St. Remigius der NS-Opfer Von Ingrid Flocken

70 jüdische Bürger Viersens, darunter ganze Familien, wurden nach der Reichspogromnacht im November 1938 deportiert und in den Gaskammern der Konzentrationslager ermordet. Dieser Menschen gedenken die katholische und die evangelische Gemeinde Viersens seit 1984 in ökumenischen Gottesdiensten - in diesem Jahr zum 32. Mal.

Pfarrer Roland Klugmann hatte in die Pfarrkirche St. Remigius eingeladen und mit Pfarrer Hans Bretschneider von der evangelischen Gemeinde erinnerte er an die "dunkelste Zeit unserer Geschichte" und rief der Jugend zu: "Nie wieder!"

Schüler des Erasmus-von-Rotterdam-Gymnasiums verlasen die Namen der 70 Viersener Juden, dann zündeten die Jugendlichen für jeden eine Kerze an. Die Erasmus-Symphoniker geleiteten die Besucher mit ihrer erst traurigen, dann immer stärker werdenden Musik in die Gedenkstunde. Pfarrer Bretschneider las aus Psalm 51 "Wasche mich rein von meiner Missetat", er erinnerte an die damaligen "Missetaten", an die Schuld auch der christlichen Kirchen nach der Reichspogromnacht.

Die Fürbitten für die damaligen Opfer und die heute in ihrer Würde verletzten Menschen fanden viel Anklang, das Vaterunser bekam einen besonderen Bezug: Zurzeit erleben wieder viele Fremde keinen Schutz, sondern eine Verunglimpfung. Beide Pfarrer beschworen: "Gott ist für alle da, die reinen Herzens sind und einen verständigen Geist haben." Nach dem Lied "Bewahre uns Gott" erteilte Pfarrer Klugmann den Segen.

Quelle: RP
 
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