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Schwalmtal
In Schwalmtal fehlen Kita-Plätze

Schwalmtal. Durch den starken Zuzug von Familien in die Gemeinde ist die Planung überholt. Der Kreis gibt sich überrascht Von Heike Ahlen

Die Bemühungen Schwalmtals, eine familienfreundliche Gemeinde zu sein, in der junge Eltern gern wohnen wollen, trägt Früchte. Nur zieht das nun ein Problem mit sich: Die Mitglieder des Ausschusses für Demografie und Soziales wurden am Mittwochabend mit einem nachträglich auf die Tagesordnung gesetzten Punkt konfrontiert. Es ging um Kindergartenplätze. Genauer gesagt: fehlende Kindergartenplätze. 24 Drei- bis Sechsjährige, 38 Zweijährige und fünf Einjährige stehen aktuell auf Wartelisten und haben noch keinen Platz für das neue Kindergartenjahr, das am ersten August beginnt. Noch nicht eingerechnet sind die Familien, die eine Zusage für die neue vierte Gruppe in der Awo-Kita im Nottbäumchen haben. Sie wissen, dass die Gruppe im Laufe des Kindergartenjahrs eröffnet werden soll. Allerdings ist bislang noch nicht einmal mit dem Bau begonnen worden.

Noch im Februar hatte die Verwaltung dem Ausschuss Zahlen für das neue Kindergartenjahr vorgelegt. Diese basieren jedes Jahr auf dem 31. Juli des Vorjahres. Da sah es allerdings noch so aus, dass es im Bereich der Drei- bis Sechsjährigen 57 Plätze mehr gab, als gebraucht wurden. Bei den Einjährigen fehlte ein Platz in einer Einrichtung. Das sah man noch nicht so dramatisch, denn bei den Kindern, die jünger als drei Jahre sind, wählen die Eltern oftmals Tagespflege statt des Besuchs einer Kita. Auch besteht in diesem Alter zwar ein Rechtsanspruch auf Betreuung, aber keiner auf einen Kita-Platz. Die Gemeinden können deshalb den Eltern stattdessen einen Platz bei einer Tagesmutter anbieten.

Warum ist dann nun diese überraschende Entwicklung eingetreten? Rainer Müller vom Kreisjugendamt nannte zwei Gründe. Bei den Drei- bis Fünfjährigen war es so, dass die Gemeinde für 95 Prozent der Kinder einen Platz einkalkulierte. Inzwischen aber, so Müller, müsse man hier von 100 Prozent ausgehen. Bei den Zweijährigen sei die Quote von 80 auf 85 Prozent heraufgesetzt worden. Und: "Schwalmtal ist eine fruchtbare Gemeinde", sagt er. Die Gemeinde habe viel getan, um attraktiv für junge Familien zu sein. Und die kämen tatsächlich in großer Zahl: "Im Durchschnitt ziehen pro Monat fünf Kinder zwischen drei und fünf Jahren nach Schwalmtal." Außerdem habe der Ausbau der U3-Plätze dafür gesorgt, dass durch Umverteilung teilweise Ü3-Plätze weggefallen seien. "Die Meldungen aus Schwalmtal, dass sich etwas tut, kamen", sagt Hannes Vilcans aus der Abteilung Kinder- und Jugendförderung des Kreises. Aber: "Wir haben bis vor kurzem gedacht, wir kriegen das wie in den vergangenen Jahren hin - mit einem oder zwei Kindern pro Gruppe mehr. Von der massiven Zahl der Zuzüge sind wir überrascht worden."

Und die Lösung? Kurzfristig können im Bewegungskindergarten Schier 15 zusätzliche Plätze eingerichtet werden. Die werden vom Land gefördert. Die Gemeinde muss allerdings der Politik nun einen neuen Stellenplan für das nächste Jahr vorlegen - mit 1,5 zusätzlichen Erzieherstellen. Zusätzlich will der Kreis weitere Tagesmütter gewinnen, um den Eltern ein Alternativangebot machen zu können. "Wir denken aber, dass noch für einige Jahre mehr der Bedarf da sein wird", sagt Vilcans. Im nichtöffentlichen Teil des Ausschusses wurden dann erste Ideen der Verwaltung für eine mittelfristige Lösung vorgestellt. Eine Sondersitzung des Ausschusses soll im September stattfinden.

"Wir suchen Lösungen, nicht Schuldige", machte der CDU-Fraktionsvorsitzende Thomas Paschmanns deutlich. Allerdings - und dieser Forderung schließen sich andere Politiker an - erwarte er "eine hundertprozentige Unterstützung der Gemeinde durch den Kreis."

Quelle: RP
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