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Niederkrüchten
Jahr der Herausforderungen

Niederkrüchten: Jahr der Herausforderungen
Für den Erhalt der Realschule Niederkrüchten zeigt sich ein Lichtstreif am Horizont. Jetzt ist eine Kooperation mit der Gesamtschule Brüggen im Gespräch. Bei der Hauptschule stellt sich die Entwicklung schwieriger dar. FOTO: RPO
Niederkrüchten. 2011 beginnt für Niederkrüchten mit vielen offenen Fragen: Was wird aus den Schulen? Wie entwickelt sich der Gemeindeetat? Was passiert mit dem früheren Militärflughafen nach dem für 2016 erwarteten Abzug der Briten? Von Jochen Smets

Zur Zukunft der Schulen dürfte es schon im Frühjahr eine Antwort geben. Die Realschule muss bis zum 1. April 56 Anmeldungen vorweisen, um weiterzubestehen. Für den Fortbestand der Hauptschule sind bis zum 15. Februar 18 Anmeldungen erforderlich.

Die Schule, die diese Voraussetzung nicht erfüllt, wird geschlossen, so die unmissverständliche Ansage der Bezirksregierung. In der Kommunalpolitik hat die dramatische Entwicklung zu erbittertem Streit geführt. CDU und FDP haben sich für den Erhalt von Haupt- und Realschule stark gemacht – und durchgesetzt. SPD, Grüne und CWG hatten die Gemeinschaftsschule favorisiert, die die Landesregierung ab dem kommenden Schuljahr in einem Modellversuch erprobt.

Chancen für Realschule

Nun wird die Werbetrommel gerührt. Möglichkeiten einer Kooperation mit der Gesamtschule Brüggen werden ausgelotet. Die Einrichtung einer neuen Schulbuslinie ist angedacht, um die Niederkrüchtener Schulen für Kinder aus Arsbeck oder Dalheim attraktiver zu machen. Zumindest für den Erhalt der Realschule stehen die Zeichen offenbar nicht schlecht. Schwieriger, wenn auch nicht unmöglich, dürfte es bei der Hauptschule werden.

Nicht ganz so akut, aber doch absehbar, ist der Abzug der Briten. 2016 soll es soweit sein. 2011 soll eine Konzeption auf dem Tisch liegen, die Vermarktungsmöglichkeiten für das riesige Gelände aufzeigt.

Ein Fachunternehmen arbeitet daran. Parallel dazu ist die Gemeinde auch selbst aktiv, sagt Bürgermeister Herbert Winzen, der schon diverse Ideen und Angebote für eine Folgenutzung auf dem Tisch hatte. Einiges sei sehr konkret, anderes nicht mehr als Hirngespinste. "Ein Freizeitpark wird es nicht", so der Bürgermeister.

Noch so eine offene Frage ist die Entwicklung der Gemeindefinanzen – eine Rechnung mit vielen Unbekannten. Positiv: Höhere Gewerbesteuereinnahmen zeichnen sich ab – der Aufschwung kommt in Niederkrüchten an. Eine leichte Erhöhung der Grundsteuer bringt ebenfalls Geld in die Kasse.

Das zu Jahresbeginn 2010 befürchtete Defizit von 1,8 Millionen Euro konnte durch sparsame Haushaltsführung auf eine Million Euro gedrückt werden. Wieder muss jedoch die Ausgleichsrücklage angegriffen werden, um den Haushalt auszugleichen. Setzt sich das fort, droht schon 2013 oder 2014 ein Nothaushalt, fürchtet Winzen.

Gute Nachrichten

Doch es gibt auch uneingeschränkt gute Nachrichten: Die neue Gemeindebücherei im Laurentiusmarkt, die 2009 den altersschwachen Bücherbus ablöste, entwickelt sich prächtig. "Die Bücherei wird toll angenommen. Und die Kosten bewegen sich im Rahmen des früheren Aufwands für den Bücherbus – bei besserem Angebot und Service", freut sich Winzen, der besonders den vielen Ehrenamtlern dankt, die das möglich machen.

Quelle: RP
 
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