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Kreis Viersen
Jeder dritte Flüchtling war schon bei Job-Beratung

Kreis Viersen. Im Kreis Viersen leben derzeit 3250 Menschen, die ihre Heimatländer aus unterschiedlichen Beweggründen verlassen mussten.

Die Angst vor Krieg oder politischer Verfolgung zwang Menschen aus Syrien, Irak, Iran oder Eritrea - nur um einige Beispiele zu nennen - zur Flucht nach Deutschland. Viele von ihnen haben erfolgreich einen Integrationskursus absolviert und Deutsch gelernt, dass sie im Alltag zurechtkommen. "Wir helfen den Menschen dann, sich in den deutschen Arbeitsmarkt einzufinden", sagt Franz-Josef Schmitz, Geschäftsführer im Jobcenter Kreis Viersen.

Zusammen mit der Agentur für Arbeit Krefeld und dem Kreis Viersen hat das Jobcenter im Januar den "Integration Point" gegründet und bereits 1153 Flüchtlinge zum Thema Bewerbung, Qualifizierungen, Anerkennung von Berufsabschlüssen, Vermittlung von Praktika, Ausbildungsstellen oder Festanstellungen beraten und erfolgreich vermittelt. "Voraussetzung ist jedoch die hohe Bleibeperspektive", so Schmitz.

Ute Straeten ist Leiterin des Integration Points. Sie nennt viele Beispiele von erfolgreichen Vermittlungen in Unternehmen nach Düsseldorf, Mönchengladbach, Krefeld oder auch im Kreis Viersen. Straeten freut sich, dass auch Firmen selbst auf den Integration Point zukommen: "Zum Beispiel die Firma Siemens. Hier haben wir neun Bewerber vermitteln können, die dort jetzt sechs bis zwölf Monate eine Einstiegsqualifizierung machen", berichtet die Leiterin. Wer den Arbeitgeber überzeugen kann, darf auf eine Anstellung hoffen.

Wichtig sei die hohe Lernbereitschaft der Flüchtlinge. "Dabei ist die Sprache die wichtigste Voraussetzung. Sie ist der Schlüssel", sagt Ute Straeten. Sind die Menschen in einem Unternehmen tätig, gelte es gleichermaßen in der Tätigkeit selbst zu überzeugen, aber auch weiter die deutsche Sprache zu lernen. Franz-Josef Schmitz weiß, dass das nicht immer einfach ist: "Am Anfang waren es viele Unternehmen, die offen dafür waren, geflüchteten Menschen eine Anstellung zu geben, aber im Alltag gab es Probleme." Nicht nur sprachliche Barrieren, sondern auch kulturelle. Die enge Zusammenarbeit der Behörden sei wichtig, damit der Integration Point weiterhin erfolgreich bleibt und sich weiter entwickeln kann.

Nach Auskunft der Agentur gibt es rund 1700 Menschen im Kreis Viersen mit einer hohen Bleibeperspektive. Jeden einzelnen lernen die Mitarbeiter kennen und erarbeiten im persönlichen Gespräch einen Plan, wie es nach dem Deutschkursus weitergehen kann. "Ziel ist, zehn Prozent der geflüchteten Menschen in Arbeit zu integrieren", sagt der Geschäftsführer des Jobcenters Kreis Viersen.

(janj)
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