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Schwalmtal
Jeder zehnte Hund leidet an Allergien
Schwalmtal. Labrador-Rüde Freddy betritt zaghaft die Schwalmtaler Praxis. Es handelt sich um eine spezielle Tierarztpraxis. Im Warteraum sitzen und liegen überwiegend vierbeinige Patienten mit Hautallergien und Zahnerkrankungen.

Freddy kratzt sich in letzter Zeit vermehrt am Kopf. Gerade in den Sommermonaten häufen sich nicht nur die Fälle von allergischen Reaktionen beim Menschen, auch Tiere leiden verstärkt darunter. Zu den typischen Erregern zählen Milben und Pollen.

Test wie beim Menschen

„Hier am Niederrhein stelle ich nicht selten Schimmelpilze sowie Pferdehaare und -schuppen als Allergieauslöser fest“, erklärt Wolfgang Osthold, Fachtierarzt für Kleintiere mit Zusatzbezeichnung Hautkrankheiten. Auch in der Ernährung der Vierbeiner kann es Allergieauslöser geben, beispielsweise durch Rindfleisch oder Milchprodukte. Freddy juckt seit Tagen mit seiner Pfote an den Ohren. „Gut die Hälfte aller Ohrentzündungen bei Hunden hat eine allergische Ursache“, weiß der Mediziner. Ein Allergentest bei dem Hund gibt Aufschluss. Das funktioniert wie beim Menschen: Die Haut wird dreißig Minuten lang mit möglichen Allergenen konfrontiert. Bei Freddy sind Pollen die unsichtbaren Übeltäter. „Jeder zehnte Hund leidet an einer Allergie“, erklärt Osthold. Damit stehen die Hautkrankheiten ganz oben auf der Liste der tierischen Beschwerden.

Ebenso häufig sind Zahnerkrankungen. Zahnsanierungen, professionelle Gebissreinigungen mit Politur und Schutzlack sowie Wurzelkanalbehandlungen nehmen stetig zu. In der Schwalmtaler Praxis kümmert Tierärztin Cosima Bouassiba sich um die Zahnpatienten. Sie rät Hunde- oder Katzenhaltern, die Zahnpflege des Tieres nicht zu vernachlässigen: „Bakterien aus der Mundhöhle können in den Körper gelangen und Herz, Nieren, Gelenke sowie andere Organe schädigen.“ Genau wie bei Allergien sei der Erkrankungsprozess schleichend: Veränderungen am Tier werden zunächst nicht bemerkt.

Rüde Freddy ist nach dem Allergentest noch nicht entlassen. Hautparasiten haben im Sommer Hochjunktur. Der Tierarzt untersucht deshalb den Körper auf Flöhe und Zecken. Durch den milden Winter tummeln sich besonders viele Zecken in Wäldern und Gräsern am Niederrein. „Besonders in der ländlichen Gegend ist ein Schutz äußerst wichtig.“ Auch Parasiten können Allergien auslösen. Als Belohnung fürs Stillhalten gibt’s für den Labrador ein Leckerli.

Quelle: RP
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