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Schwalmtal
Jetzt soll Regionalplan gegen Kies helfen

Schwalmtal: Jetzt soll Regionalplan gegen Kies helfen
Seit 1957 ist das Tiefbauunternehmen in Lüttelforst tätig. Für den weiteren Abbau kaufte die Firma der Kirche ein Grundstück ab. Dorfbewohner möchten den weiteren Abbau verhindern. FOTO: Franz-Heinrich Busch
Schwalmtal. Der Förderverein Kultur und Tradition fordert, dass Lüttelforst als Waldhufendorf in den Regionalplan aufgenommen wird. Die Gemeinde Schwalmtal würde den Änderungswunsch in ihre Stellungnahme zum Planentwurf aufnehmen Von Birgitta Ronge

Im Streit um den weiteren Kiesabbau in Lüttelforst geben sich die Dorfbewohner nicht geschlagen. Trotz massiver Proteste der Dorfbewohner hatte die Pfarrei St. Matthias Schwalmtal das Kirchengrundstück "Pastorsfeld" an das Tiefbauunternehmen Sanders verkauft. Nun könnte den Lüttelforstern der neue Regionalplan helfen. Er gibt den Rahmen für die künftige Planung in verschiedenen Bereichen, etwa Wohnen und Gewerbe. In den Regionalplan werden auch Bereiche aufgenommen, die als schützenswert gelten. Derzeit liegt der Plan im Entwurf zum zweiten Mal öffentlich aus, noch bis zum 17. Oktober können sich Behörden, aber auch Bürger dazu äußern, Anregungen und Bedenken vortragen.

Der Förderverein Kultur und Tradition Lüttelforst beantragt nun, in den Regionalplanentwurf eine Änderung einzubringen. Der Verein fordert, Lüttelforst auf der Beikarte zum Regionalplan mit einem roten X zu kennzeichen. "Historischer Ortskern, landesbedeutsam" heißt das. Darüber hinaus fordert der Verein, den Zusatz "Waldhufendorf Lüttelforst" auf der Karte zu notieren. Der Verein untermauert seinen Antrag mit dem Landesentwicklungsplan, der bald verabschiedet werden soll. Dort ist Lüttelforst anders gekennzeichnet als im Regionalplanentwurf. Dort wird das "Waldhufendorf Lüttelforst" nämlich in der Liste der "landschaftsbedeutsamen Kulturlandschaftsbereiche" aufgeführt. Und im Regionalplanentwurf, so argumentiert der Verein, trägt Lüttelforst nur den Hinweis "historischer Ortskern".

"Dies kennzeichnet die Besonderheit des Ortes nur unzureichend", hält der Verein in seinem Antrag fest. "Zum Ensemble des Waldhufendorfes gehören neben der typischen Ortsstruktur eines Straßendorfes auch die angrenzenden Wiesen- und Feldflächen mit den dorthin führenden Hohlwegen." Um diese angrenzenden Wiesen- und Feldflächen mit den dorthin führenden Hohlwegen geht es - denn angrenzende Wiesen- und Feldflächen sollen für den weiteren Kiesabbau weichen.

Heute sind die Stellungnahme der Gemeinde Schwalmtal zum Regionalplanentwurf sowie der Antrag des Fördervereins Thema im Planungsausschuss. Er tagt ab 19 Uhr öffentlich im Rathaus in Waldniel. Die Verwaltung empfiehlt dem Ausschuss, dem Antrag zu folgen - die Gemeinde würde in ihrer Stellungnahme zum Regionalplanentwurf den Änderungswunsch aus Lüttelforst aufnehmen. Die FDP-Fraktion hat sich schon positioniert. Fraktionsvorsitzender Hans-Dieter Heinrichs erklärt, seine Fraktion werde den Antrag unterstützen: "Es ist ein gutes Anliegen, Lüttelforst in besonderer Weise durch eine Kennzeichnung im Regionalplan zu schützen. Darüber hinaus sollte die Gemeinde alle Möglichkeiten ausschöpfen, eine Erweiterung des Kiesabbaus zu verhindern. Schon bei der ersten Erweiterung der Kiesabbaufläche im Jahr 2008 hatte sich die FDP dafür ausgesprochen, den Kiesabbau im Regionalplan zu begrenzen und eine weitere Ausdehnung der Abbaufläche auszuschließen."

Marco Mendorf, Vorsitzender des FDP-Ortsverbands, stellt klar: "Die Erweiterung des Kiesabbaus in Lüttelforst lehnen wir strikt ab." Mit den Bürgern wolle man "alles Mögliche unternehmen, den Natur- und Umweltraum in Lüttelforst zu erhalten. Unsere Heimat darf nicht den wirtschaftlichen Interessen Einzelner zum Opfer fallen." Mendorf hält die Initiative des Fördervereins für eine gute Idee. Sie sei "ein Mosaikstein auf dem Weg, das Landschaftsbild zu erhalten und ein Statement gegen den weiteren Kiesabbau abzugeben", so Mendorf.

Quelle: RP
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