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Viersen
Jugendamtsleiter Fülbier gründet Förderverein

Viersen. Jede Kita, jede Grundschule hat einen. Und ab jetzt hat auch das Jugendamt Viersen auch einen Förderverein. Auf Initiative von Paul Fülbier, Leiter des Viersener Jugendamtes, ist der Förderverein Kinder- und Jugendhilfe Viersen entstanden.

Wichtig ist es den Vereinsmitgliedern, dass mit Spendengeldern keine Aktivitäten finanziert werden, die Aufgabe der Jugendhilfe sind und die über die Kommune, das Land oder den Bund getragen werden. "Zweck des gemeinnützigen Vereins ist die Förderung und Unterstützung der Kinder- und Jugendhilfe. Es geht darum, zusätzliche innovative Projekte zu fördern, für die es aufgrund der knappen Mittel keine öffentlichen Gelder gibt", sagt Fülbier. Der Jugendamtsleiter ist der erste Vorsitzende des Vereins.

Die Idee für den Förderverein schwirrte Fülbier schon lange im Kopf herum, nachdem er von einem solchen Modell in Duisburg gehört hatte. Mit Hilfe eines Fördervereins können sich Bürger einfacher einbringen, wenn sie die städtische Arbeit im Kinder- und Jugendbereich unterstützen möchten.

Wer sich ansonsten finanziell zu beteiligen möchte, hat es schwer. Die Wege sind kompliziert. Spenden müssen erst in den städtischen Haushalt gestellt werden, um danach das Prozedere zu durchlaufen, bevor sie dort ankommen, wo sie hinsollen - ein riesiger Verwaltungsaufwand für eine Spende.

Mit dem Förderverein ist das Jugendamt viel unbürokratischer aufgestellt. Der Verein kann Spenden direkt entgegennehmen und aufgrund seiner Gemeinnützigkeit auch Spendenquittungen ausstellen.

"Ich habe damals meine Kollegen angesprochen und nachgefragt, wer sich einem solchen Verein anschließen würde. Das Interesse war groß. Wir sind jetzt insgesamt zwölf Kollegen. Wobei Jürgen Granberg unser Kassierer ist und Monika Krieg die Schriftführerin", sagt Paul Fülbier. Die Gründungsversammlung fand am 11. März vergangenen Jahres statt. Es folgten Notar, Amtsgericht und Finanzamt, so dass der Verein ab diesem Jahr richtig angelaufen ist.

Einen Jahresbeitrag gibt es nicht. Der Förderverein Kinder- und Jugendhilfe Viersen setzt rein auf Spenden. Die finanzielle Förderung beschränkt sich dabei nicht auf die Angebote des Jugendamtes, sondern bezieht die freien Träger in der Kinder- und Jugendarbeit ebenfalls ein.

"Wir haben eine erste Summe erhalten, bei der sich der Spender die Unterstützung der Familienarbeit gewünscht hat", berichtet Klemens Dercks, der zweite Vorsitzende. Das Geld soll jetzt nach gemeinsamer Beratung zu den Frühen Hilfen fließen. Dank der Spende kann eine Mutter-Kind-Ferienaktion finanziert werden. Eine solche Option gehört nicht zum üblichen Angebot der Frühen Hilfen, sondern geht darüber hinaus. "Genau da wollen wir ansetzen. Wir wollen wichtige Projekte realisieren, die über die normale Arbeit gehen", erläutert Fülbier.

Der Verein plant demnächst einen Internetauftritt, um sich und seine Arbeit bekannter zu machen. Interessierte können sich derzeit auch direkt an den Jugendamtsleiter wenden.

(tre)
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