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Viersen
Jugendliche werden zu Lebensrettern

Viersen: Jugendliche werden zu Lebensrettern
Mit Kunstblut stellten die Jugendrotkreuzler eine offene Platzwunde am Kopf nach, die anschließend fachgerecht versorgt werden musste. FOTO: Busch, Franz-Heinrich sen. (bsen)
Viersen. In Viersen gibt es nun eine Jugendgruppe des Deutschen Roten Kreuzes. Sie geht aus dem Schulsanitätsdienst des Erasmus-von-Rotterdam-Gymnasiums hervor. Sechs Mädchen und Jungen sind schon dabei, weitere sind willkommen Von Manfred Baum

Es ist geglückt. Der Ortsverein Viersen des Deutschen Roten Kreuz (DRK) hat wieder eine Jugendrotkreuz-Gruppe (JRK), die lange fehlte. Am vergangenen Freitag fand in den Räumen der Kreisgeschäftsstelle in Viersen die Gründungsversammlung statt. Eine Versammlung, die bewies, dass man eine solche Gründung nicht langatmig, sondern flott, informativ und unterhaltsam sein kann. Bei alkoholfreien Getränken und Knabbereien stellten die Mitglieder die Weichen für die Zukunft.

Für den unterhaltsamen Verlauf sorgten zum einen die Jugendlichen selbst, aber auch der Ortsvereinsvorsitzende Paul Mackes und JRK-Kreisleiter Stephan Zdrojewski. In erfreulich großer Zahl waren die Jugendrotkreuzler der anderen Ortsvereine im Kreis nach Viersen gekommen, um Zeuge der Gründung zu sein. Gewachsen ist die neue JRK-Gruppe Viersen aus dem Schulsanitätsdienst des Erasmus-von Rotterdam-Gymnasiums.

Die Jugendlichen demonstrierten bei der Gründungsversammlung ihr bereits erworbenes Wissen im Bereich der ersten Hilfe. Routiniert wurde einer "verletzten Person" ein Kopfverband angelegt. FOTO: Franz-Heinrich Busch

Die dortige Gruppe gibt es bereits seit dem vergangenen Herbst. Einleitend erinnerte Kreisleiter Stephan Zdrojewski an die sieben DRK-Grundsätze, denen sich auch das JRK verpflichtet fühlt: Menschlichkeit, Unparteilichkeit, Neutralität, Freiwilligkeit, Einheit, Universalität und Unabhängigkeit. Durch die Neugründung in Viersen haben jetzt alle neun Kreiskommunen eine Jugendrotkreuzgruppe. "Unsere Vielfalt ist unsere Stärke", betonte der Kreisleiter.

Groß war die Freude nicht nur beim Ortsvereinsvorsitzenden Paul Mackes, sondern ebenso bei seinem Stellvertreter Volker Müller aus Dülken. Man war sich einig, dass die Jugendarbeit im DRK nicht nur ein belebendes Element ist, sondern auch von großer Wichtigkeit, will man in der Zukunft junge Menschen an Aufgaben des DRK heran führen. Paul Mackes: "Ich finde die Belebung durch das JRK hier in Viersen ganz toll."

Er erinnerte daran, dass es in den vergangenen Jahren mehrfache Versuche gegeben habe, dass JRK in Viersen wiederzubeleben. "Geht die Sache mit Schwung und Dynamik an", rief der den Jugendlichen zu, die zusammen mit ihm und dem Kreisleiter die vorgefertigte Gründungsurkunde unterzeichneten. Spontan gab es Beifall.

Der Ortsverein Viersen will das Engagement der Jugendlichen fördern. Die Gruppenarbeit für den Nachwuchs im Alter von sechs bis 27 Jahren soll zukünftig alle zwei bis vier Wochen stattfinden. Die Gruppenstunden sollen freitags von 18.30 bis 20 Uhr durchgeführt werden. Momentan haben sich sechs Jugendliche bereit erklärt, in der neu gegründeten Jugendgruppe aktiv mitzuwirken.

In den kommenden Wochen werden den neuen jugendlichen Mitglieder zunächst die Grundkenntnisse der Arbeit des Deutschen Roten Kreuzes vermittelt. Man wird sich an sozialen Projekten und Kampagnen beteiligen, aber auch Ausflüge und Treffen mit den anderen Ortsvereinen des JRK soll es geben. Genau so wichtig, wie Leben zu retten, sei es, im Team zu arbeiten.

Im Rahmen der Gründungsversammlung demonstrierten mehrere Jugendliche ihre bisher erlernten Fähigkeiten im Bereich der ersten Hilfe. Eine "verletzte Person" lag mit einer Platzwunde am Kopf auf dem Boden. Das Blut lief ihr die Wangen herunter. Mit viel Routine legten die Jugendlichen einen Verband an, so dass das freiwillige "Opfer" im Anschluss weiter an der Gründungsversammlung teilnehmen konnte.

Quelle: RP
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