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Brüggen
Junge Skater beeindrucken Politiker

Brüggen: Junge Skater beeindrucken Politiker
Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene nutzen die Skateranlage bei Rewe an der Borner Straße in Brüggen. Weil dort ein Aldi-Markt gebaut werden soll, muss nun ein Platz für eine neue Anlage her. FOTO: Busch, Franz-Heinrich sen. (bsen)
Brüggen. Weil auf der Seite von Rewe an der Borner Straße ein neuer Aldi-Markt gebaut werden soll, muss der Skaterplatz dort weichen. Für eine neue Anlage wird nun ein Teil des Parkplatzes gegenüber der Burggemeindehalle bevorzugt Von Birgit Sroka

Für Jugendliche und junge Erwachsene in Brüggen wäre es ein großer Verlust, wenn nach dem Abbruch der Skateranlage an der Borner Straße kein neuer Platz errichtet würde. Denn die alte Skateranlage muss weg: Aldi möchte auf der gegenüberliegenden Seite, bei Rewe, einen neuen Markt bauen. Im Mai des vergangenen Jahres beschloss der Jugendpflege- und Sportausschuss der Gemeinde, dass die Gemeindeverwaltung gemeinsam mit Jugendlichen nach einem neuen Platz für eine Skateranlage suchen sollte. Danach könnte man die Gestaltung des Platzes planen.

Mehrere Standorte wurden in Erwägung gezogen: der Schulhof der Gesamtschule, der Parkplatz an der Polizei, der Bolzplatz am Platanenweg sowie ein Teil des Parkplatzes gegenüber der Gesamtschule. In einer eindrucksvollen Präsentation stellte Danny Bongers als Vertreter der jungen Skater und Biker nun den Mitgliedern des Jugendpflege- und Sportausschusses die Skatergemeinschaft Brüggens vor. Bongers machte deutlich, was das sportliche Hobby für die Jugendlichen bedeutet, und äußerte sich zu den Vorschlägen für einen neuen Standort. Unterstützt wurde er von rund 50 jungen Leuten aus Brüggen und Umgebung, die alle den Skaterplatz in ihrer Freizeit nutzen.

Bongers lobte das Zusammengehörigkeitsgefühl in der Gruppe und erklärte, warum das Erlernen von Tricks und das Überwinden von Hindernissen wichtig für die Entwicklung sei. Immer wieder sei es ein Kampf, nach einer vermeintlichen Niederlage aufzustehen und weiter sein persönliches Ziel anzustreben. "Es ist egal, wo du herkommst und was deine Geschichte ist, wir sind alle eine Familie. Wir brauchen keine Sprache, wir haben Skateboarding", zitierte Bongers aus dem Film "We are blood", einer Hommage an die Skatekultur. An die Mitglieder des Ausschusses gewandt erklärte er: "Mit dem Skateplatz schaffen Sie einen sozialen und realen Treffpunkt, an dem sich die Jugendlichen von heute der medialen Welt für eine Zeit entziehen können, um mit Freunden an ihren Fähigkeiten zu feilen. Brüggen wird somit auch interessanter für Familien, die sich hier niederlassen wollen." Er betonte, dass die Gruppe gemeinsam mit der Gemeinde etwas erreichen wolle und nicht gegen die Gemeinde agiere.

Die Platzvorschläge wurden der Reihe nach besprochen. "Der Schulhof der Gesamtschule scheidet aus, weil pro Schüler eine gewisse Quadratmeterzahl Schulhoffläche zur Verfügung stehen muss", erklärte Wilfried Bouscheljong, Leiter des Sachgebietes Bildung, Jugend und Sport in der Gemeindeverwaltung. Zum Fußballplatz am Deichweg wurde festgestellt, dass dort die Bebauung zu nah an den Platz grenze und zahlreiche Fußballspieler den Platz nutzten.

Die Grünfläche am Nikolausplatz-Parkplatz eigne sich nicht - die Jugendlichen befürchten, dass Autos versehentlich beschädigt werden könnten und auch eine Belästigung der Anwohner durch die entstehende Geräuschkulisse nicht auszuschließen sei. Der Fußballplatz am Platanenweg liegt ebenfalls inmitten einer Wohnsiedlung. Favorisiert wird nun der Parkplatz am Westring, gegenüber der Burggemeindehalle. Die Verwaltung brachte als weiteren Vorschlag den Spielplatz auf dem Gelände der Jugendhilfe Schloss Dilborn ins Gespräch. Er wäre fußläufig vom Bauhof aus erreichbar, ist aber kein Gemeindegrundstück.

Großes Lob erhielt Bongers aus allen Fraktionen für seine Präsentation. "Ich muss ehrlich sagen, das man es den Jugendlichen überlassen sollte zu sagen: ,Das hätten wir gerne'", meinte Helmut van de Flierdt (CDU). Dietmar Brockes (FDP) lobte: "Wir haben etwas von eurem Lebensgefühl vermittelt bekommen." Ulrike Schütt (SPD) riet: "Es wäre ja sinnvoll, wenn ihr da einen Platz erhaltet, wo ihr auch Geräusche machen dürft und nicht sofort eine Beschwerde kommt." Jochen Paal-Schaumburg (Grüne) plädierte für einen Platz, den auch jüngere Kinder gefahrlos mit dem Fahrrad erreichen könnten.

Alle Fraktionen sprachen sich für eine zügige Bearbeitung der Sache in der Verwaltung aus. Am liebsten hätten die Ausschussmitglieder sofort für die Genehmigung einer neuen Anlage auf dem Parkplatz gestimmt, doch nun gibt es zunächst eine Rücksprache mit den Fraktionen. Einstimmig beauftragte der Ausschuss die Verwaltung, für den gewünschten Teil des Schotterparkplatzes die planungsrechtlichen Voraussetzungen zu schaffen.

Quelle: RP
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